Fratze zwischen zwei Wappenschilden (Sockel des Bettendorff-Kruzifixes, 1686)
Aufgenommen am 23. Mai 2014 · Standort 49.68709, 9.29036
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Bettendorff-Kruzifix (1686, Wenschdorfer Steige/ Alter Walldürner Weg)
Wie die neuere, auf der rechten Sockelseitenfläche aufgebrachte Inschrift (s.u.) erläutert, steht das Kruzifix heute nicht mehr an seinem Originalstandort (Foto), allerdings bloß ca. 100m weiter nördlich (hangabwärts) von jenem.
Auf der Sockelvorderseite findet sich in einem ovalen Inschriftenfeld die Original-Inschrift des Stifters Franz Reinhard von Bettendorff. Oberhalb der Inschrift werden von zwei flügelförmigen Verzierungen zwei Wappenschilder umrahmt: Das linke Wappen zeigt einen Ring und ist das Wappen derer von Bettendorff. Das rechte Wappen zeigt einen Stern, der auf einem dreistufigen Treppengiebel sitzt. Dabei handelt es sich um das Wappen des schwäbischen Adelsgeschlechts von Sternenfels (die Gemeinde Sternenfels hat noch heute exakt dieses Wappen), aus welchem Anna Margaretha von Sternenfels, die Ehefrau des Stifters (Heirat 1649), stammte. (Das Epitaph der Anna Margaretha von Sternfels findet sich heute neben der Kanzel in der Kleinheubacher Pfarrkirche. Anna Margaretha von Sternfels soll eine religiös emanzipierte Frau gewesen sein und starb wohl ca. 1707.)
Um die beiden Wappenschilde herum finden sich weitere Verzierungen. Erst bei genauerem Hinschauen gibt sich hierbei das vermeintliche Zierwerk zwischen den beiden Wappen als Gesicht zu erkennen. Genauer gesagt handelt es sich dabei eher um eine finster drein schauende, monströse Fratze (Detailphoto hier), deren Bedeutung hier auf dem Kruzifixsockel zwischen den beiden Stifterwappen mir bis jetzt noch verborgen blieb.
Die Stifterinschrift auf der Sockelvorderseite lautet: .
Anno 1686
Hat zu Ehren seines gecreutzigsten Herren
Jesu Christi der wohlgebohrne Herr Herr Frantz
Reinhardt von Bettendorff gewesener Churf[e]
maintz Cammerer Oberambtman zu Milten
berg und Prodtselden und Obers[e] Cent zu Pferde
[Tochter?] andenckenG befohlen dieses Cruci
[fi]x [?]ihero zu setzen dessen Seele gott genad[e]
[u]nd dem under der Erdten Ruhenden [G]örper
Eine Fröhliche Auffersthung [?]er[???]he
[?]olle Amen
. Das Stiftungsjahr könnte womöglich auch
1680 lauten (unwahrscheinlicher). .
Auf der rechten Sockelseitenfläche informiert eine weitere, neuere Inschrift über die Versetzung des Kruzifixes im Jahre 1856:
.
1856
Wurde dieses
Crucifix,
welches oben rechts vom
alten Walldürner Wege
auf Miltenberger Markung
seinen Standpunkt hatte
hieher
an diese neu angelegte
Distrikts-Strasse
versetzt.
Dies geschah zu Ehren Gottes
und zum Angedenken
an den Stifter.
.
Weitere Überlegungen zum Kruzifix finden sich als Kommentar zum Holzkreuz von 1863, welches heute am Originalstandort des Bettendorff-Kruzifixes steht (hier klicken).
.
verwendete Quellen:
(-) gw.geneanet.org
(-) de.wikipedia.org (Link #2)
(-) main-netz.de
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- * Bettendorff - Franz Reinhardt von Bettendorff
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