Die zweite der beiden legendären Mördergruben im Walterstal [Info: vgl. Kommentar]
Aufgenommen am 4. Januar 2012 · Standort 49.53644, 9.68570
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Die beiden legendären Mördergruben im Walterstal
Die Sage von den Mördergruben im Walterstal:
An einem alten Waldweg nach Osten im westlichen Walterstal liegt ein etwa 2,80 Meter tiefes und 8 Meter breites kreisrundes Loch. Ungefähr 50m weiter östlich am Weg entlang findet sich ein zweites Loch, ca. 2,20m tief und von 15m Durchmesser. Diese beiden Löcher werden im Volksmund die Mördergruben genannt.
Vor langer Zeit -vermutlich in der Zeit des 30jährigen Krieges (1618-1648)- haben in diesen beiden, damals noch durch einen unterirdischen Gang verbunden Gruben Räuber gehaust. Die Räuber waren in der ganzen Gegend gefürchtet. Ihren Schlupfwinkel kannte man nicht. Nachts hatten die Räuber über den direkt neben ihren Gruben verlaufenden Weg einen Draht gespannt, der mit einer Glocke in ihrem Unterschlupf verbunden war. Wenn ein Reisender am Draht hängen blieb, klingelte es in der Räuberhöhle und die Räuber stürmten aus ihrem Versteck. Sie beraubten ihre Opfer und töteten sie meist.
Eines Tages entführten die Räuber in Beckstein ein Mädchen, damit es Ihnen den Haushalt macht. Sie ließen es einen Eid schwören, dass es sie nie verrät. Wenn die Räuber ihre Gruben verließen, sperrten sie das Mädchen ein. Als die Räuber einmal besonders große Beute gemacht hatten, hielten sie in der Nacht ein wildes Zechgelage ab und fielen anschließend in einen tiefen, alkoholgeschwängerten Schlaf. Diese Gelegenheit nutzte das Mädchen zur Flucht und markierte dabei den Weg von den Mördergruben nach Beckstein mit einem Säckchen Erbsen. Die überglücklichen Eltern des Mädchens alarmierten die Bauern aller umliegenden Dörfer und am frühen Morgen machten sich zahlreiche Bauern auf den weg zu den Mördergruben. Das Mädchen führte sie. Die Bauern fanden die Räuber, töteten sie und zerstörten die beiden Gruben.
Das Mädchen hatte zwar seinen Eid gebrochen, aber da dieser erzwungen war, wurde es nicht verdammt. An den Muttergottesfeiertagen muss es jedoch im Wald umgehen. Ältere Leute der umliegenden Dörfer behaupten, es an solchen Feiertagen wiederholt mit einem weißen Kleid bekleidet und das alte Muttergotteslied "Maria, Jungfrau reine" singend dort gesehen zu haben.
(nach: Siegel, Hans-Werner (Hrsg.) Zwischen Tag und Dunkel - Sagen und Geschichten aus dem Taubergrund. Aus alten Quellen zusammengestellt.; Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e.V. (1982))
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