Die St. Sigismund-Kapelle oberhalb von Oberwittighausen vom Seebach beim Kodel aus
Aufgenommen am 28. Dezember 2011 · Standort 49.62019, 9.85930
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Die St. Sigismund-Kapelle bei Oberwittighausen und eine uralte Linde ('1000-jährige Linde')
ursprünglich hieß sie St. Nikolaus und Martinskirche
ein romanischer Oktogon-Bau (achteckig), der Glockenturm wurde erst nachträglich -vermutlich in gotischer Zeit- eingesetzt.
die Kapelle wurde auf einem heidnischen Quellheiligtum (Quelle ist leider versiegt) errichtet, ein heidnischer Kultstein ("Näpfchenstein") ist vermutlich an der Außenwand der Kapelle (Rückseite, ca, 3m Höhe) eingearbeitet worden
die einzigen weiteren Oktogon-Kapellen ( Zentralbaugruppe ) in der weiteren Region stehen in Grünsfeldhausen (Achatiuskapelle) und in Standorf bei Creglingen (Ulrichskapelle)
einer Sage nach wurden die beiden Kapellen in Grünsfeldhausen und Oberwittighausen und eine dritte (nicht mehr erhaltene) in Gaurettersheim von Riesen errichtet, die Tauberbischofsheim aufgrund des Einschreitens der Hl. Lioba erfolglos angegriffen hatten, von ihr daraufhin so beeindruckt waren, dass sie sich im Grünbachtal (Grünsfeldhausen) von ihr taufen ließen und dort zum Dank die erste Kapelle errichteten. Als die Riesen aus Mangel an Nahrung weiterziehen mussten, warf der Riesenkönig seinen Hammer und versprach, dort, wo er niederfalle, eine zweite Kapelle zu errichten (Oberwittighausen). Anschließend warf er den Hammer ein weiteres Mal, woraufhin er in Gaurettersheim landete und die Riesen dort eine dritte Kapelle errichteten, die aber heute nicht mehr steht. Im Volksmund heißt es darum heute noch: "Grünsfeld-Hausen, Oberwittighausen und Gaurettersheim sind nur einen Hammerwurf voneinander entfernt."
in der Kapelle befindet sich ein Grab, es soll sich um das Grab des Tempelritters Andrée de Joinville handeln
die Kapelle könnte - wie die Achatiuskapelle in Grünsfeldhausen- von Kreuzrittern erbaut worden sein. (ca 1150, nach anderen Quellen erst 1200-1230)
Das Portal der Kapelle mit seinen zahlreichen, merkwürdigen, archaischen Figuren gibt viele Rätsel aus. Die Figuren wirken für mich weniger christlich als vielmehr heidnischen Ursprungs. Rechts neben dem Portal könnte sogar einer der Baumeister (gemäß obiger Sage) - ein Riese - dargestellt sein.
An der Rückseite der Kapelle soll sich unter einer 1810 bei Renovierungsarbeiten entdeckten Sandsteinplatte ein bis heute noch nicht geöffnetes Gewölbe befinden
vor der Kapelle steht eine riesige, uralte -angeblich 1000-jährige- Linde (Naturdenkmal).
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