Panoramio reincarnated

Die Pieta auf dem doppelseitigen Bildstock an der Landsgrenze (Vorderseite)

Die Pieta auf dem doppelseitigen Bildstock an der Landsgrenze (Vorderseite)

Aufgenommen am 15. August 2014 · Standort 49.63544, 9.27214

Zum Bild

Bildstock an der Landsgrenze zwischen Schneeberg und Rippberg An der B47 zwischen Schneeberg und Rippberg steht ungefähr auf Höhe der Landesgrenze am Ende eines Parkplatzes zwischen Bundesstraße und Bahngleisen ein kleiner, nur noch weniger als einen Meter hoher Sandstein-Bildstock. Der Stamm des Bildstocks ist nur noch knapp einen halben Meter hoch. Entweder steckt der Rest in der Erde (unwahrscheinlich) oder der Stamm zerbrach (evtl. im Zuge von Straßen-/Gleisarbeiten) und wurde nicht wieder zusammengefügt. Das Oberteil besitzt auf der Vorder- und Rückseite flache Nischen mit jeweils einem Reliefbild, die nach oben mit einem halbrunden Dach abschließen. Diese halbrunden Nischendächer sind auch an den beiden Seitenflächen vorhanden, jedoch wurden hier keine Nischen ausgehauen. Der Bildstock könnte also ursprünglich als vierseitiger Bildstock geplant gewesen sein, wurde dann aber nur zweiseitig bearbeitet. . In der (zur Straße hin gerichteten) vorderen Nische ist ein flaches, künstlerisch eher schlichtes Pieta-Relief zu erkennen, in der (zu den Bahngleisen hin gerichteten) hinteren Nische ein Kreuzschlepper-Relief von ebensolcher künstlerischer Qualität. Beim Kreuzschlepper könnte konkret dargestellt sein, wie Jesus unter dem Kreuz stürzt. . Auf dem vierkantigen Bildstockstamm findet sich auf der Vorderseite, ganz oben beginnend, die Inschrift, die sich bis zur Grasnarbe runter zieht und nicht mehr komplett vorhanden ist (bzw. teilweise unter der Erdoberfläche liegt): . GOTT [Z]U [E]R[E]N HAT MATS SB[E]T VON SCHN[E]B[E]RG UND SE(I)N(E) HAUSFRAU ... . Der Stifter hat also wohl Matthias bzw. Matthäus Speth geheißen. Der Familienname Speth kommt heute noch in Schneeberg sehr häufig vor. Die oben in eckiger Klammer angegebenen Buchstaben sind auf dem Stamm jeweils als E eingehauen, dessen drei Querbalken in beide Richtungen gehen. . Auf dem Dach des Bildstocks dürfte –vergleichbar zu drei ähnlich aufgebauten, (tatsächlich) vierseitigen Bildstöcken in Vollmersdorf- ursprünglich noch ein kleines Steinkreuz gestanden haben. Aufgrund seiner Ähnlichkeit zu jenen drei Vollmersdorfer Bildstöcken würde ich den obigen Bildstock entsprechend auf die erste Hälfte des 18. Jhd. datieren. . siehe auch: Blättner, Monika. Markt Schneeberg (1237-1987). (Marktgemeinde Schneeberg, 1987)

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen