Die Kapelle der Wohlfahrtsmühle
Aufgenommen am 20. April 2012 · Standort 49.61661, 9.44875
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Die Kapelle bei der Wohlfahrtsmühle:
Die erste Kapelle in dieser Gegend war die Jobst-Kapelle (St. Jobst-Kirche, St. Jakobus-Kirche), die sich am alten Weg nach Dornberg (ca 100m oberhalb von der heutigen Kapelle) befand. Diese Kapelle wird bereits im Jahr 1538 schriftlich erwähnt. Angeblich sind Teile der Jobstkapelle im Bayerischen aufgetaucht, u.a. ein Kreuzquerbalken von ca. 1480 und ein Altarstein. Die Jobstkapelle wurde vermutlich irgendwann zwischen 1711 (schriftliche Erwähnung) und 1853 durch einen Brand zerstört.
Als Nachfolgekapelle wurde von den damaligen Pächtern der Wohlfahrtsmühle, der Familie Gärtner, eine kleine Kapelle am Standort der heutigen Kapelle bei der Wohlfahrtsmühle errichtet: Mit dem Bau dieser Kapelle muss der damalige Müller, Sebastian Gärtner, kurz vor seinem Tod am 4. September 1853 begonnen haben. (Denn der Inschriften-Stein der Kapelle trägt die Initialen S.B.G.. Fertiggestellt wurde die Kapelle aber erst im jahre 1855, vermutlich durch die Witwe Franziska und den Sohn Karl Gärtner. Die Familie Gärtner waren bis 1995 Pächter der Wohlfahrtsmühle.
1995 übernahmen Sabine und Armin Münster die Wohlfahrtsmühle. Am 1. März 2008 wurde die Kapelle bei der Wohlfahrtsmühle durch einen Sturm total zerstört. In 5monatiger Bauzeit wurde daraufhin von den Münsters die heutige Kapelle errichtet. Über dem Eingang der heutigen Kapelle wurde der Inschriftenstein der Vorgängerkapelle (SBG 1855) wieder eingefügt. Eine Inschriftenplatte links neben dem Eingang erinnert an den Neubau: Wiedererbaut von S. u. A. Münster - 2008 -
Die Wohlfahrtsmühle:
Bereits 1322 wird zusammen mit der Steinemühle auch ein Gut im Tal, das Meidsgut, schriftlich erwähnt. Möglicherweise handelt es sich dabei bereits um die Wohlfahrtsmühle.
Erstmals sicher erwähnt wird die Mühle unter dem Namen Dechantsmühle Mitte des 15. Jahrhunderts. Dechant war ein im 14. Jahrhundert in Hardheim vorgekommener Familienname. Alternativ wurde die Mühle auch Kniebrechermühle, Walk- oder Waltmühlegenannt.
Die ersten namentlich noch bekannten Müller sind Heintz Leusser, Hans Löhr und Klemens Baumann, die die Wohlfahrtsmühle 1500 gemeinsam betreiben. Bis zum Tod von Johann Jacob Löhr am 26.11.1771 bleibt die Mühle daraufin von der Familie Löhr (teil-)gepachtet.
Im Dreißjährigen Krieg wurde die Mühle zwischenzeitlich aufgegeben und verlassen.
Erst 1688 wird sie daraufhin wieder als Wolffertsmühle erwähnt; als Müller wird damals Hans Löher genannt.
Ca. 1818 kauft Josef Anton Gärtner die Mühle für 3300 Gulden. Ihm folgt 1834 Sebastian Gärtner. Seitdem ist die Mühle im besitz der Familie Gärtner bzw. heute Münster.
Im Sommer 1927 brannte die Mühle fast vollständig nieder. Mit dem Wiederaufbau erhielt die Mühle auch eine Gastwirtschaft. In den 1960er-Jahren wurde der Mühlbetrieb eingestellt und das Anwesen in ein Hotel mit Restaurant umgewandelt.
Quellen:
hardheim.info und hardheim.de
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