Die beiden Heunesäulen
Aufgenommen am 12. Mai 2012 · Standort 49.71895, 9.29810
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Die beiden Heunesäulen
Heunensäulen (Karte) oder Heunefässer (Infotafel)?
Diese beiden Säulenrohlinge werden auf der Topographischen Karte (1:25000) 6222 Stadtprozelten als Heunensäulen, vor Ort auf einer Infotafel aber alsHeunefässer bezeichnet.
Auf der Karte 6222 Stadtprozelten werden die kürzeren Säulenrohlinge ca. 500m weiter südlich aber Heunefässer genannt. Vor Ort auf der Infotafel heißen die dagegen kleine Heunesäulen.
Die Heunesäulen:
Wie beim Heunestein sollten aus einem Felsen von 1,40 m Höhe, 3,20 m Breite und gut 4 m Länge zwei Säulen hergestellt werden. Hier aber war die Spaltung zweckmäßiger angelegt und gekonnter durchgeführt. Die erste Rohbearbeitung und die Teilung ging Hand in Hand. Noch vor der Spaltung zeichnete man den Durchmesser der aus dem Block zu gewinnenden Säulen vor. Man arbeitete aus dem noch ungeteilten Block zwei halbtonnenförmige Gebilde hervor. Zwischen den beiden Halbsäulen entstand so ein Graben, den man an beiden Enden noch stark nach unten vertiefte. In diesen Graben schlug man eine 3 cm starke Schlenze, die dem Sprung den Weg weisen sollte. In den Mittelteil dieses Grabens wurden anschließend vier große, taschenförmige Keillöcher eingehauen. Die Spaltung erfolgte scheinbar wunschgemäß; der Riss ging senkrecht nach unten. Aber es entstand im westlichen Fass auch ein Riss ins Lager. Das bemerkte man allerdings nicht gleich, denn man begann mit der weiteren Bearbeitung. Dabei ging am westlichen Fass am südlichen Kopf das aufgerissene Lager auf; das Werkstück teilte sich quer und das abgesprungene Stück noch einmal. Nachdem so die eine Säule unbrauchbar geworden war, blieb auch die andere unvollendet; man wollte ja ein Säulenpaar herstellen. Experten vermuten, dass die Fassgestalt später zu einer konischen Gestalt umgearbeitet werden sollte.
(Text auf Infoschild Nr. XI. Heunefässer (sollte wohl eigentlich Heunesäulen heißen) direkt vor Ort)
Heune:
Von „Hüne“ (Riese). Mit diesem Beiwort wurden in unserer Gegend in der Zeit der Romantik (frühes 19. Jahrhundert) alle Steine versehen, die entweder durch Bearbeitung oder durch Einflüsse von Wind und Wetter eine bemerkenswerte Form hatten.
Weil man über ihre Entstehung nichts Genaues wusste, wob man Sagen, nach denen sie Spielzeuge oder Gebrauchsgegenstände von vorzeitlichen Riesen gewesen seien, z.B. Heunefass, Heunesäle, Heunesäule, Heunenschüssel, Heuneberg, Heunestein.
(Text auf Infoschild Nr. VIII. auf dem Historischen Wanderweg)
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