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Die 5. Station des Dittwarer Kreuzwegs (1747/1872) ins Kreuzhölzle

Die 5. Station des Dittwarer Kreuzwegs (1747/1872) ins Kreuzhölzle

Aufgenommen am 24. Februar 2012 · Standort 49.58522, 9.63765

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Kleindenkmal Nr. 37 (Dittwar): Der Dittwarer Kreuzweg (1747/1872) ins Kreuzhölzle (hier: Die 5. Station des Dittwarer Kreuzwegs (1747/1872) ins Kreuzhölzle) Dittwarer Kreuzweg am Kreuzhölzle: Der Kreuzweg mit seinen 14 Stationen soll mit seiner Länge von 1361 Schritten angeblich exakt die Länge des echten Kreuzwegs in Jerusalem haben. Der erste Kreuzweg wurde hier im Jahre 1747 eingerichtet, nachdem das Kreuzhölzle bereits seit mehr als 50 Jahren ein immer populärerer Wallfahrtsort zu der Eiche mit den beiden Figuren (s.u.) war. Die heutigen Kreuzwegstationen wurden von 1867 bis 1872 geschaffen. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller. Die Wallfahrt zum Dittwarer Kreuzhölzle: Die Wallfahrt nahm ihren Ursprung in einem Winter in der harten Notzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48): Anfang der Jahres 1669 findet das taubstumme, 14jährige Dittwarer Mädchen Anna Maria Krank beim Brennholz-Sammeln zusammen mit ihrem Bruder 2 kleine Heiligenfiguren (Maria und Hl. Johannes) in der Höhlung eines alten Eichbaumes. Die beiden Kinder nehmen die Figuren mit nach Hause. Kurz darauf wird das jüngste Kind der Familie schwer krank, worauf der Vater Johann Krank das Gelübde ablegt, die beiden Figuren renovieren zu lassen, sofern sein Kind wieder gesundet. Als dies tatsächlich geschieht, erfüllt Johann Krank sein Gelübde. Am Lichtmesstag 1670 glaubt Johann Krank beim Beten am Altar die göttliche Aufforderung zu erhalten, die beiden Figuren wieder an ihren Fundort (also in die Höhlung der alten Eiche) zu bringen, was er dann auch macht. Der Dittwarer Hans Weberverehrt die beiden Statuen besonders eifrig und beginnt, die Dittwarer zum Besuch der Eiche mit den beiden Figuren zu animieren. - In den Aufzeichnungen des Marbacher Bürgermeisters und des Notgars Faulhaber aus Tauberbischofsheim sind bereits aus dem Jahre 1670 die ersten Berichte vonWunderheilungen beim Eichbaum im Kreuzhölzle zu finden. Die Kirche tut dies zunächst als Aberglaube ab und möchte die Eiche fällen lassen. Angeblich zerbrachen beim Versuch aber alle Äxte am Eichbaum, was die Dittwarer noch zahlreicher zum Wunderort pilgern ließ, woraufhin auch die Kirche den Ort als Wallfahrtsort anerkannte. Daraufhin wird der Wallfahrtsort schnell immer populärer und es hängen alsbald die ersten Zeugnisse von Wunderheilungen (Krücken, Wachsbilder, Dankschriften) an den Ästen des Baumes. - Im Jahre 1683 wird dann die erste Wallfahrtskapelle als Stiftung des aus Dittwar gebürtigen Probstes von Niederzell bei Würzburg erbaut. Der Altar der Kapelle wurde dabei angeblich an der Stelle errichtet, an welcher sich ursprünglich die Eiche befand, die beiden Figuren werden auf dem Altar platziert. [Die Kapelle wurde also nur 14 Jahre nach dem Auffinden der beiden Figuren im Loch des Eichbaums erbaut. Warum zu diesem Zeitpunkt die Eiche dann also offenbar schon nicht mehr existierte, ist nicht überliefert. Wollte jeder Pilger ein Stück Holz der Wundereiche mit nach Hause nehmen, bis keine Eiche mehr vorhanden war?] - 1713 vergrößert Christoph Neubert, der erste Einsiedlermönch, der sich am Wallfahrtsort niedergelassen hatte, die Kapelle und erbaut eine Behausung für sich und die künftigenWaldbrüder. 1718 erbittet Christoph Neubert vom Kloster in Fulda Reliquien, incl. einer Kreuzreliquie. Es werden verschiedene Ablässe gewährt. 1730 zieht mit Sebastian Zahner ein weiterer Eremit ein. - Nun wird der Wallfahrtsort auch überregional immer populärer. Vermutlich mit Spenden der Pilger wird die Kapelle mit einer Orgel ausgestattet und um eine Sakristei erweitert. Im 18. Jahrhundert erlebt die Wallfahrt ihre Hochblüte, so dass im Jahr 1747 der Wallfahrtsort auch noch um einen Kreuzweg vom Ort zur Kapelle erweitert wird. Die 12. Kreuzwegstation ist eine Kalvarienkapelle mit Altar, die ca. 50m links neben der Hauptkapelle liegt. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller. Bereits im Jahre 1728 hatte der Verwalter des Tauberbischofsheimer Hospitals, Johannes Carolus Sauer, eine mächtige und sehr gut gearbeitete Figur des ruhenden Jesus gestiftet und am Weg zur Kapelle errichten lassen. Diese Figur wurde dann in den Kreuzweg integriert und findet sich noch heute ziemlich am Anfang des Kreuzweges (bei der 4. Kreuzwegstation). Als 1796 eine Viehseuche in der Gegend schlimm wütet, soll sogar nahezu die gesamte Bischofsheimer Bevölkerung zur Kapelle gepilgert sein, viele den gesamten Kreuzweg auf den Knien hochrutschend. - Zur Zeit der Aufklärung zu Beginn des 19. Jahrhunderts fordert der badische Großherzog ein Ende der Wallfahrt, was aber von der Dittwarer Bevölkerung verhement verweigert wird, so dass er schlussendlich beschließt, die Kapellen als Baumaterial versteigern und abbrechen zu lassen. Da die badische Regierung mittlerweile mit dem massiven Widerstand der Dittwarer gegen dieses Vorhaben rechnet, werden alle Dittwarer Männer unter einem Vorwand aufs Bezirksamt nach Tauberbischofsheim einberufen und dort festgehalten. Die Dittwarer Frauen jedoch ziehen geschlossen zum Wallfahrtsort und beschützen diesen handgreiflich: Die Ersteigerer der Kapellen, die anwesenden Beamten und sogar der Pfarrer werden in die Flucht geschlagen. Daraufhin wird am 24.12.1822 der Abbruchbefehl per ministeriellem Erlass endlich zurückgenommen. Die letzten Eremiten wurden jedoch bereits im Jahre 1817 umgesiedelt. Erst im Jahre 1845 wird allerdings dann auch wieder die dortige Feier der Heiligen Messe und die Wallfahrt ins Kreuzhölzle offizielle erlaubt. Mit zahlreichen Spenden finden in den Folgejahren umfangreiche Renovierungen statt und von 1867 bis 1872 werden dann auch die Kreuzwegstationen erneuert. - Noch heute ziehen viele Dittwarer jedes Jahr zu den Festen der Kreuzauffindung (3. Mai) und Kreuzerhöhung (14.September) in einer Prozession mit Musikkapelle und Kirchenchor ins Kreuzhölzle. Die beiden Kapellen sind geöffnet. Auf dem Altar der größeren Hauptkapelle befinden sich heute zwei Wachskopien der beiden Figuren (Maria und Johannes), welche die taubstumme Anna Maria Krank 1669 in dem Loch der Eiche fand und womit die Geschichte der Wallfahrt ins Kreuzhölzle ihren Anfang nahm. - Hinter der Hauptkapelle befindet sich zudem noch eine Lourdesgrotte, die 1891/92 aus Travertinbrocken vom Heidenkessel errichtet wurde. Quelle: Flyer Wallfahrt zum Kreuzhölzle Dittwar, Rudi Walz (Dittwar, ca. 1985)

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