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Der Weg rechtsseitig des Pestkreuzes führt weiter Richtung Wenschdorf

Der Weg rechtsseitig des Pestkreuzes führt weiter Richtung Wenschdorf

Aufgenommen am 6. Juni 2014 · Standort 49.66555, 9.25483

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Das Pestkreuz - Bildstock (1613) am Beginn der alten Steige von Reuenthal hoch nach Monbrunn Der Bildstock steht direkt an der Abzweigung der alten, ehemals wohl stark benutzten Steige, die von Reuenthal (bzw. Weilbach) hoch nach Monbrunn führt und heute Teil des Wanderwegs Nibelungensteig ist. Die Alternativroute (rechtsseitig des Bildstocks) verläuft weiter Richtung Wenschdorf bzw. Reichartshausen. Der monolithische Bildstock ist mit seinem Satteldach-Nischenaufsatz und den drei einfachen Kreuzreliefs (eines in der ca 3cm tiefen Nische und jeweils eines außen auf den Seitenflächen des Oberteils) typisch für regionalen Bildstöcke des späten 16. bzw. frühen 17. Jahrhunderts. Eine kleine Besonderheit der Kreuzreliefs ist dagegen, dass die Kreuzstämme nach unten immer breiter werden, bis sie ganz unten sogar die Breite des Kreuzquerbalkens erreichen. Unter dem Nischen-Oberteil folgt ein ca. 10 cm hohes, vierkantiges Zwischenstück, auf dessen Vorderseite in großen, fetten Ziffern die Jahreszahl 1613 im Relief zu erkennen ist. Auf der linken Seitenfläche dieses Zwischenstücks findet sich dann erheblich kleiner und dünner der Stiftername eingehauen: . STEFANUS NEUBERGER . Nach diesem vierkantigen Zwischenabschnitt geht der Stamm des monolithischen Bildstocks in eine runde Säulenform über, die er bis kurz vor dem Erdboden behält: Bloss die letzten unteren Zentimeter wechseln wieder zurück in die Vierkantform. Der Bildstock steht auf einem großen, annähernd abgerundeten Sandstein, der an einen Mühlstein erinnert, dafür aber dann doch noch zu grob bearbeitet und zu eckig erscheint. Womöglich hätte er ja ursprünglich ein Mühlstein (einer damals hier in unmittelbarer Nähe befindlichen Mühle oder der Reuenthaler Nithardsmühle?) werden sollen, konnte dann aber aufgrund eines Material- oder Bearbeitungsfehlers nicht mehr dafür verwendet werden. (Evtl. war der vermeintliche Mühlstein auch für die Weilbacher Mühle bestimmt, für die sich exakt im Jahr 1613 eine urkundliche Erwähnung findet (vgl. Quelle (3) unten).) . Der Bildstock ist in der Gegend als Pestkreuz bekannt (Quellen: s.u.). Demnach wurde er damals errichtet, um den Schwarzen Tod vom Dorf (Reuenthal?) abzuhalten. Ein solches Vorgehen war damals durchaus üblich und es kam in jener Zeit im Vorfeld des Dreißgjährigen Krieges in der gesamten Region immer wieder zu Pestepidemien, so dass ein solcher Setzungsgrund nicht unrealistisch ist. Noch plausibler erscheint die Errichtung des Bildstocks als Pestkreuz deshalb, weil es auch vor dem anderen, westlichen Ortseingang Reuenthals –am alten Weilbacher Weg- im selben Jahr (1613) ein vergleichbarer Bildstock errichtet wurde. Zumindest dürften diese beide Bildstöcke offensichtlich vom selben Steinmetz gefertigt worden sein – ebenso wie ein dritter, weitestgehend identischer Bildstock, der sich an der alten (von Schneeberg hoch ziehenden) Hambrunner Steige auf halber Höhe mitten im Wald (Abt. Stutz) befindet. Jener Bildstock ist allerdings bereits 12 Jahre älter (1601) als die beiden anderen und hat die Jahreszahl nur sehr klein eingehauen bekommen: An der Stelle, an welcher bei den anderen beiden Bildstöcken unter der Nische in großen fetten Relief-Ziffern die Jahreszahl zu sehen ist, weist der dritte Bildstock eine Pflugschar und eine Sichel im Relief auf. Die Darstellung erinnert in ihrer Form jedoch sehr stark an die dortige Jahreszahl auf den beiden anderen Bildstöcken, ebenso wie der ansonsten ohnehin sehr ähnliche, restliche Bildstockaufbau. Wurde auch jener Bildstock an der Hambrunner Steige als Pestkreuz errichtet und nachdem Hambrunn daraufhin 12 Jahre lang (1601-1613) womöglich von der Pest verschont geblieben war, war man vom Erfolg des Pestkreuzes überzeugt und so beauftragte man den Steinmetz mit der Erstellung der beiden anderen, Reuenthaler Pestkreuze? . Womöglich ist sogar noch ein vierter Bildstock der Umgebung demselben Steinmetz zuzuordnen: An der von Amorbach/Schneeberg nach Neudorf hoch ziehenden alten Steige steht der Warzenstein, der arg abgeschabt ist, aber Ähnlichkeiten zu den drei anderen Bildstöcken aufweist, sich jedoch aufgrund seiner umfangreichen Inschrift auch in dieser Hinsicht grundlegend von den anderen unterscheidet.. . Bei Köllenberger (s.u.) sind all diese Bildstöcke erstaunlicherweise nicht gelistet. . Der Stiftername Neuberger kommt heute noch in der Umgebung (Reichartshausen (!), Amorbach, Berndiel, Breitendiel, Schippach, Miltenberg, Weckbach,...) relativ häufig vor. Auch der andere Reuenthaler Bildstock von 1613 am alten Weg nach Weilbach wurde von einem Neuberger gestiftet, jedoch von Marcus Neuberger, womöglich dem Bruder des Stifters des obigen Pestkreuzes. . siehe auch: (1) weilbach.de (2) amorbach.de (3) http://weilbach900.wordpress.com/ (4) nicht gelistet in: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964)

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