Der Unglücksbildstock in der Kapelle (1769)
Aufgenommen am 3. Januar 2013 · Standort 49.53699, 9.79135
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Unglücksbildstock in eigener Kapelle (Oberbalbach, 1769)
Im Oberbalbacher Rainholzweg steht eine kleine Kapelle, die laut hölzerner Infotafel im Innern der Kapelle im Jahr 1769 erbaut wurde: .
1769 erbaut
1945 im Krieg zerstört
1965 neu erbaut zum Gedenken an den 1944 vermißten
Bauer Josef Moll
Agate Moll geb. Schmitt
und die Kinder .
In der Kapelle steht ein bunt bemalter (noch Originalfarbe?), gut erhaltener Bildstock, der wohl einst wegen eines tödlichen Unglücks errichtet wurde, dass sich hier ereignet haben dürfte und das auf dem vierkantigen, nach oben leicht schmaler werdenden Bildstockstamm als Reliefbild dokumentiert ist: .
Zu sehen ist ein hoher Baum. Unter dem Baum steht eine Person mit rotem Mantel und rel. kurzen Beinen (Kind?), die verzweifelt die Hände nach oben zu recken und zu rufen scheint. Oben in der Baumkrone befindet sich nämlich eine zweite Person, ebenfalls mit rotem Mantel und mit grünem Hut, den sie gerade verliert, denn diese Person stürzt kopfüber den Baum herunter. Offenbar wurde der Baumkletterer dort oben vom Blitz erschlagen, denn über dem Baum sieht man eine Wolke, aus welcher ein Doppelblitz in den Baum fährt. Die Tatsache,
dass sich diese Person also offenbar während eines Gewitters in einem Baum am Hang aufhielt, könnte darauf hindeuten, dass es sich bei den beiden abgebildeten Personen um spielende Kinder gehandelt hatte, von denen das eine eben dann vom Blitz erschlagen wurde. Der Sohn des Bildstockstifters? .
Das eigentliche Hauptmotiv des Bildstocks befindet sich aber freilich auf dessen
Oberteil:
Hier sind zwei übliche Bildstockmotive miteinander vereint: In der oberen Hälfte sieht man hinter einem weit aufgezogenen Baldachin und auf einer Wolke die Heilige Dreifaltigkeit: Jesus mit großem Kreuz links, die Taube als Symbol für den Heiligen Geist in der Mitte und Gottvater rechts. Darunter steht dann noch die
Heilige Familie: Maria links, das Jesuskind in der Mitte und Josef rechts. Direkt unter den drei befindet sich eine erstes, ovales Inschriftenfeld, auf welchem zu lesen ist: .
Die
UNeRSCHAFFeNe
UND ERSCHAFeNe
DReYHeITH .
Auf der Sockelvorderseite folgt dann ein zweites Inschriftenfeld, in welchem sich der Stifterhinweis befindet:
.
ZUR
eHR GOTTeS
HAT DieSe BILNUS
AHFRICHTeN LASeN
JO. GORG KRAFFTT
VON ObeR BAL=
BACH D. 13
JULI .
Ganz untem am Ende des Sockels und damit schon außerhalb des Inschriftenfeldes folgt noch die Jahreszahl, die bei meinem Besuch durch eine Kerze verdeckt war, so dass ich sie nicht lesen konnte. Es handelt sich aber offenbar laut
leo-bw.de um das Jahr
1769
- also das Jahr, in welchem auch die Kapelle errichtet wurde. Der Bildstock stand somit vermutlich von Anfang an in der anscheinend speziell für ihn erbauten Kapelle, was seinen guten Erhaltungszustand erklärt.
Eine Online-Recherche zum Stifter Johann Georg Krafft und dem auf dem Bildstock dargestellten Unglück blieb ohne Erfolg.
Ich konnte aber einen Eintrag zu einem Johann Georg Krafft finden, der vor 1724 in Oberbalbach gestorben sein muss und am 20.02.1691 eine Maria Margaretha Stigeliz geheiratet hatte. Er kommt also als Stifter nicht in Frage, vielmehr dürfte es sich bei jenem um seinen gleichnamigen Sohn oder gar Enkel gehandelt haben.
verwendete Quellen:
(A) leo-bw.de
(B) beil.dsw-media.de
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- 1769
- 1769 - 13.07.1769
- * Krafft - Johann Georg Krafftt
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