Der Turm der Bergkirche Laudenbach
Aufgenommen am 7. Juli 2012 · Standort 49.45648, 9.91916
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Die Bergkirche Laudenbach (1412):
Der Bau der Kirche erfolgte im Jahr 1412. Zumindest der Chor ist noch aus dieser Bauphase. (Das Langhaus wurde 1642 erneuert.) Bauherren waren die Herren von Finsterlohe*, die seit 1388 alleinige Lehensträger des Ortes Lutenbach waren. Dieser Baubeginn im Jahr 1412 ist urkundlich belegt und zudem verweist auch eine Inschriftentafel über einem Seiteneingang der Kirche darauf:
Anno dni millenium C C C C XII
Ecria [?] secunda ante kiliam incep- [?]
tom est hoc opus inbonore [?] glori-
osc [?] inrgms [?] Marie [?] genetricis [?] dei
Im Jahr 1421 wurde dann die Capella im hohen Holz durch Papst Martin V. der Pfarrei Laudenbach zugeschlagen.
1459 Wurde die Bergkirche dann schließlich durch den Würzburger Bischof Johann von Grumbach geweiht.
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In der Kirche befindet sich neben dem _Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes [vgl. unten die Sage zum Bau der Bergkirche] unter anderem auch ein prunkvolles Alabastergrab:
In diesem Grabmal ist das Herz des Melchior von Hatzfeld beerdigt. (Der Rest von ihm wurde in einem nahezu identischen Grabmal in der Kirche von Prausnitz bestattet.) Melchior von Hatzfeld (20.10.1593 - 9.1.1658) war ein ein kaiserlich-habsburgischer Feldherr, der im Dreißigjährigen Krieg unter Albrecht von Wallenstein und Matthias Gallas diente. Im Jahr 1643 erhielt Melchior von Hatzfeldt die Vogtei Laudenbach im Mannslehen. Er musste im Gegenzug versprechen, das verwahrloste Gut, die Vogteigebäude und die Bergkirche zu erneuern. Die Bergkirche lag ihm dabei -im wahrsten Sinne des Wortes- besondes am Herzen, nämlich so sehr, dass er testamentarisch verfügte, dass sein Herzdort aufbewahrt werden solle, wo es zu Lebzeiten schon immer war.
Melchior von Hatzfeldt starb unvermählt und vermutlich kinderlos. Er hatte 4 Brüder, von denen sein Bruder Franz von Hatzfeld (1596-1642) Fürstbischof von Würzburg und Bamberg wurde. Melchior wurde von seinem Bruder Hermann von Hatzfeldt (1603-1673) beerbt. Hermanns Nachfolger wurde sein Sohn Heinrich († 1683). Er war verheiratet mit Katharina Elisabeth von Schönborn, mit der er elf Kinder hatte.
Neben der Bergkirche -am Ende des Kreuzwegs- steht ein Bildstock aus dem Jahr 1670, welcher ein Wappenschild mit dem Familienwappen derer von Hatzfeld trägt. Eventuell wurde dieser 12 Jahre nach Melchior von Hatzfeldts Tod errichtete Bildstock also von dessen Bruder und Erben Hermann oder dessen Sohn Heinrich gestiftet.
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Die Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt in der Bergkirche:
Bei der Vertreibung aus dem Paradies soll Eva heimlich Samen und Wurzeln mitgenommen haben, welche sie daraufhin im Tal der Tränen anpflanzte. Wußten zunächst noch zumindest die unschuldigen Kinder um die Heilkräfte der Pflanzen, wurden sie bald schon vergessen. Die unbefleckte und sündenfreie Maria erkannte aber schließlich die Heilkraft der Kräuter wieder und als dann am Tag nach der Auferstehung die Apostel das leere Grab Jesu vorfanden, blühten die Heilkräuter überall um das Grab herum. Daher werden jährlich an Mariä Himmelfahrt (18. August) auch in der Bergkirche die Kräuter geweiht(Kräuterweihe zur schmerzhaften Muttergottes). Der geweihte Kräuterstrauß wird dann dort aufgehängt, wo er heilend helfen soll, z.B. im Zimmer eines Kranken. Alternativ kann man ihn auch in ein Tuch eingewickelt unter das Kopfkissen eines Kranken legen. Wenn man ihn über den Hauseingang hängt, soll er Krankheiten fernhalten, ebenso beim Aufhängen im Stall, wodurch er das Vieh vor Krankheiten schützt und zudem noch die Milchleistung der Kühe ankurbelt.
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Die Sage zum Bau der Bergkirche:
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts (ist evtl. das 15. gemeint?) wollten angeblich fromme Stifter am Fuße des Berges über Laudenbach eine Kapelle errichten lassen. Als die Bauarbeiter jedoch eines MOrgens mit der Arbeit beginnen wollten, war das gesamte Baumaterial verschwudnen. Man fand es daraufhin viel weiter oben auf dem Berg im Bergholz. Das Material wurde also wieder an den vorgesehenen Bauplatz transportiert. Am nächsten Tag war es jedoch wieder verschwunden. Erneut fand man es an jener Stelle hoch oben im Bergholz. Nahe bei diesem neuen Lagerort des Materials fand man nun außerdem unter einem Baum ein holzgeschnitztes Bild der schmerzhaften Muttergottes. Ihr zu Ehren wurde daraufin beschlossen, die ursprünglich für den Fuß des Berges geplante Kapelle nun also oben auf dem Berg an jener Stelle zu erbauen, an welcher das Marienbild gefunden und das Baumaterial wie von Geisterhand abgelegt wurde.
Die Kirche wurde schnell zu einem populären Wallfahrtsort.
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Der Dichter Eduard Mörike, der sich eine Zeit lang in Bad Mergentheim aufhielt, setzte der Laudenbacher Bergkirche in einem Gedicht ein Denkmal (O liebste Kirche sondergleichen, Auf deinem Berge ganz allein, Im Walde, wo Linden zwischen Eichen, Ums Chor den Maienschatten streun! (...)).
verwendete Quellen:
wikipedia.org
berggasthof-laudenbach.de
kirchkunst.de
weinort-laudenbach.de
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- * Hatzfeld - Grafen von Hatzfeld
- 1459
- * Hatzfeld - Melchior von Hatzfeldt
- * Finsterlohe - Herren von Finsterlohe
- 1658
- * Grumbach - Bischof Johann von Grumbach
- 1412
- 1658 - 09.01.1658
- * Mörike - Eduard Mörike
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