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Der Leibleinbildstock

Der Leibleinbildstock

Aufgenommen am 20. April 2012 · Standort 49.61494, 9.45963

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Der Leibleinbildstock Die Kaplan-Sage: Irgenwann Anfang des 18. Jahrhunderts (vor 1714) soll ein namentlich nicht mehr bekannter Kaplan auf dem Heimweg von der Dornberger Kappel nach Hardheim im Bergwald am Kappelberg von Wegelagerern überfallen, augeraubt und durch mindestens einen Messerstich schwer verwundet worden sein. Da er sehr stark geblutet haben muss, hat er in seiner Verzweiflung sein Käpplein auf die Wunde gedrückt, um die Blutung zumindest ein wenig zu mindern. Schwer verletzt schleppte er sich so weiter Richtung Hardheim. Am heutigen Standort des Kaplanskreuzes (Station 1) auf einer kleinen Ebene am bewaldeten Steilhang oberhalb der Wohlfahrtsmühle wurde er das erste Mal ohnmächtig und leerte sein mit Blut gefülltes Käpplein erstmals aus. Am Alten Talweg, an der Stelle, an welcher später der obige Leiblein-Bildstock (Station 2) beim See an den Bücholdwiesen errichtet wurde, soll der Kaplan das zweite Mal das Blut aus seinem Käpplein geleert und erneut das Bewusstsein verloren haben. Nachdem er das Bewußtsein wieder erlangt hatte, schleppte er sich weiter Richtung Hardheim - und kam dort tastächlich noch an: Am Ortsanfang von Hardheim, kurz nachdem der Alte Talweg in die Wertheimer Straße mündet, brach der Kaplan dann aber erneut zusammen. Hier starb er dann auch. An den beiden Stellen, an welchen er ohnmächtig wurde und sein Blutkäpplein leerte und an der Stelle seines Todes wurden der Sage nach dann in den folgenden Jahren (zwischen 1714 und 1734) zum Gedenken an die Tat jene zwei Bildstöcke und jenes Kreuz errichtet, die sich heute noch dort befinden. Die Mörder wurden nie identifiziert. Dem Mordopfer sollte einmal jährlich mit einem Gottesdienst in der Kappel gedacht werden. (Quelle: hardheim.info) . Der Leiblein-Bildstock auf obigem Foto stellt also Station 2 von 3 des Todesmarsches des Kaplans dar: Den Ort, an welchem er das zweite Mal sein Blutkäppchen leerte. Der Leiblein-Bildstock (1714): Inschrift auf dem Sockel: Gott zu ehre habe die beden ehrsame Burche(n) Phillibus Laiblein und Lenhartus Laiblein dises Biltnus auff Richten Lassen 1714 . Inschrift direkt unter dem Bild: O Mutter Jesu voller Schmertz= nimb hin die Seüftzer uns= hertzen Bei den Stiftern dürfte es sich um den verwitweten Wirt des Hardheimer Gasthauses Zum Weißen Roß, Philipp Leiblein (1656-1729) und seinen Sohn Leonhard Leiblein (1683-1754) handeln.

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