Panoramio reincarnated

Der Bildstock des Hans Jacob Sper (1690; links) und der Bildstock des Phillip von Northeim (1483; rechts)

Der Bildstock des Hans Jacob Sper (1690; links) und der Bildstock des Phillip von Northeim (1483; rechts)

Aufgenommen am 17. November 2012 · Standort 49.67004, 9.52441

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Der Bildstock des Phillip von Northeim aus dem Jahre 1483: Bei dem Bildstock aus dem Jahr 1483 handelt es sich um einen der ältesten, datierten Bildstöcke in der gesamten Region; nur sehr wenige Bildstöcke aus dem 15. Jahrhundert haben neben einigen, undatierten Sühnekreuzen bis heute überdauert. Auf einer rechteckigen, unten abgeschrägten Bildfläche ist der -etwas gestreckte- Gekreuzigte dargestellt. Seine Unterschenkel und Füße wurden sehr schön rekonstruiert, denn als Kolb 1952 den Bildstock besichtigte, fehlten diese. Kolb meinte aber zu erkennen, dass gar die Gesamtform nicht ursprünglich sei, was sich mir jedoch nicht wirklich erschließt, scheint die Form der Darstellung doch gut zu anderen, vergleichsweise ähnlich alten Christusfiguren zu passen. Max Walter (zitiert nach Kolb) glaubt in diesem Bildstock die erste Bildtafel der Region gefunden zu haben, zuvor hat es neben (Sühne-)Kreuzen vor allem Bildstöcke mit Bildnischen gegeben. Dies ist jedoch nicht ganz korrekt, denn zumindest der Gamburger Bildstock aus dem Jahre 1423 ist noch etwas älter. . Die Flächen links und rechts des Gekreuzigten tragen die Inschrift, welche sich laut Kolb durch die erstmalige Verwendung der Großbuchstabenschrift (Renaissance) in unserer Gegend besonders hervorhebt. Deshalb (und vermutlich auch aufgrund des Stifternamens) kommt Kolb zur Schlussfolgerung, dass der Stifter wohl ein Auswärtiger war - und evtl. mit dem Setzen dieses Bildstocks die Verwendung der Großschrift bei Inschriften in unserer Region populär machte. Evtl. kam das Stifterpaar ja aus der Stadt Northeim im südl. Niedersachsen, die ca. 260km ziemlich genau geradeaus nördlich von Külsheim liegt. Und womöglich verschlug es sie nach Külsheim, weil 1483 vom Rhein über Sachsen bis Polen die Pest extrem schlimm wütete (Berberich, s.u.) und sie hofften, weiter im Süden verschont zu bleiben. Die Bildstock-Inschrift jedenfalls wäre passend... Die Inschrift lautet: (linke Fläche) DIE LETZTEN DING DES MENSCHEN DER TODT DAS GERICHT DIE HELL UND DIE EWIGE SELIGKEIT 1483 (rechte Fläche) PHILLIPS VON NORTHEIM UND BARBARA SEIN EHELICHE HAUSFRAW . Der Bildstock befindet sich offenbar -zumindest annähernd- noch an seinem Originalstandort, denn auch Cucuel und Eckert fanden ihn 1942 schon am (damaligen) Ortseingang, an der Wegscheide Uissigheim - Tauberbischofsheim vor. -- verwendete Quellen: Kolb, Karl. Bildstöcke im Taubertal. (Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952); S. 14, Nr.31 Cucuel, Ernst & Eckert, Hermann. Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. Wertheim - Tauberbischofsheim. (Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); S.138, Nr.342 Berberich, Julius Dr. Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim und des Amtsbezirks. (Tauberbischofsheim: Verlag M. Zöller 1895); S.74 Der Bildstock von Hans Jacob Sper und Ehefrau Apolonia aus dem Jahre 1690: Auf dem Bildstock ist die Heilige Familie mit Gottvater und der Taube über dieser dargestellt. Oben auf dem Bild befindet sich ein Blechaufsatz mit Kreuz. Der Aufsatz aus Blech existierte auch schon Anfang der 1950er Jahre (vgl. Kolb). Direkt unter dem Bild befindet sich die Inschrift: 1690 IESUS MARIA UNT IOSEP ZU ERE IST DIS BILT AUF GERICHT WORTEN VON HANS IOCOB SPER UNT ABOLONIA SEIN HAUS FRAU . Der Bildstock befindet sich wahrscheinlich noch an seinem Originalstandort (zumindest grob), denn schon Kolb fand ihn 1952 neben der Hauptstrasse am (damaligen) Ortsausgang nach Tauberbischofsheim. - verwendete Quelle: Kolb, Karl. Bildstöcke im Taubertal. (Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952); S.40, Nr. 194

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