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Der Bildstock des Ambrosius Brosamer (1604) neben dem Graben beim 'Brückle'

Der Bildstock des Ambrosius Brosamer (1604) neben dem Graben beim 'Brückle'

Aufgenommen am 15. Februar 2013 · Standort 49.56434, 9.30856

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Der Bildstock des Ambrosius Brosamer (1604) neben dem Graben beim 'Brückle' Heilige Familie Pilgermännchen (Jakobus d.Ä.) Der Bildstock neben dem Graben beim Brückle (Hainstadt - Hornbach): Der Bildstock steht an der Straße von Hainstadt nach (Groß-)Hornbach im Wald beimBrückle: Hier in der Senke führte früher eine kleine Brücke die alte Straße Hainstadt-Hornbach über den hier noch relativ kleinen Graben, in welchem sich das Wasser eines der zwei Hauptzuflüsse des Seichterbachs sammelt. Das Brückle an dieser Stelle war früher vermutlich die letzte Möglichkeit zur Überquerung des Seichterbachs (bzw. hier noch dessen Zulaufgrabens) in westlicher Richtung, bevor der Seichterbach das Morretal erreicht. . Der Bildstock des Ambrosius Brosamer trägt heute auf dem (Original-)Vierkantstamm ein (neueres) Heilig-Blut-Bild (Darstellung des Walldürner Blutwunders), welches von einem Steinkreuz (mit zentriertem, flachen Herzrelief) bekrönt wird. Direkt über dem Blutbild befindet sich wohl außerdem ein beflügelter Engelskopf (kaum mehr zu erkennen), seitlich wird es von Muschelornamentik eingerahmt. Unter dem Blutbild -noch im Bildteil- ein leeres, rundes Inschriftenmedaillon. Das Bild dürfte aufgrund seines Stils (Ornamentik, Engelskopf) und Motivs aus dem (frühen) 18. Jahrhundert stammen, zumindest handelt es sich nicht mehr um das Originalbildteil, welches Köllenberger (s.u.) noch auf dem Stamm von 1604 vorfand: Er schreibt nämlich von einem Gehäuse mit Satteldach aus besonderem Stein, darin Tonbild. Eine Besonderheit des Bildteils sind jedoch die beiden zusätzlichen Reliefs, die auf dessen schmalen Seitenflächen untergebracht sind: Auf der (vom Betrachter) rechten Seite ist die Heilige Familie (Maria - Jesuskind - Josef) mit einer Taube (Heiliger Geist) über ihnen gerade noch so zu erkennen. Auf der linken Seite sieht man einen Mann mit Heiligenschein, Hut, Mantel, Tasche/Beutel in der einen und Stock (Schäferschippe oder Pilgerstab?) in der anderen Hand. Da sich dieses Relief schließlich auf einem Wallfahrtsbildstock (Heiliges Blut walldürn) befindet, vermute ich einmal, dass es sich bei dieser Person nicht um den Heiligen Wendelin (Schäferschippe...), sondern vielmehr um den Apostel Jakobus d.Ä. handeln dürfte, dessen typische Attribute Pilgerstab und Pilgerhut sind. Das Bildteil stand also vermutlich ursprünglich mal auf seinem Originalstamm an einem Jakobspilgerweg, der auch von walldürn-Wallfahrern genutzt wurde. (Oder der Stifter hatte den Vornamen Jakob...) . Die Stifter-Inschrift des ursprünglich zu diesem Standort gehörigen Bildstocks beginnt ganz oben auf dem noch originalen Stamm (Vorderseite): AMBRO SIUS BRÖSA MER 16 04 . Ambrosius Brosamer war laut Köllenberger der damalige Verwalter des Klosters Seligenthal. -- verwendete Literatur: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.189 (Nr.474)

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