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Der Bildstock bei der Jägersruhe (Stamm 15./16.Jhd., Pieta 20.Jhd.)

Der Bildstock bei der Jägersruhe (Stamm 15./16.Jhd., Pieta 20.Jhd.)

Aufgenommen am 2. Februar 2013 · Standort 49.63170, 9.48955

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Der Bildstock bei der Jägersruhe (Hardheim-Rüdental): Der Bildstock steht an der Jägersruhe bei einer Kreuzung von fünf Wegen neben einem imposanten Baum (Naturdenkmal). Der heutige Bildstock besteht sicherlich aus zwei unterschiedlich alten Teilen: Der Bildteil -eine tiefe, oben mit Satteldach abschließende Nische, in welcher eine Pieta-Figur zu finden ist- ist neueren Datums: Ich würde ihn klar in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts datieren. Das würde sich auch mit Köllenberger (s.u.) decken, der 1964 nur einen Bildstockstamm vorfand. Der Bildstockstamm hingegen dürfte sehr alt sein. Köllenberger (s.u.) ordnet ihn unter Vorbehalt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein - ich denke aber, er ist noch viel älter. Die Relief- und -Inschriftenreste (s.u.) und sogar die abgeflachten Kanten des vierkantigen Stamms erinnern sehr stark an zwei andere, spätgotische Bildstöcke (Bildstockreste beim Ernsthof und Bildstock bei der Reicholzheimer Dreifaltigkeitskapelle) der Region. Ich würde den Bildstockstamm daher klar im mittleren bis späten 15., spätestens jedoch im frühen 16. Jahrhundert ansiedeln. . Auf dem Bildstockstamm ist zunächst ganz oben der Rest einer Inschrift zu erkennen: ?e Go genat . Inschriften mit der Formulierung dem Gott g(e)nad kommen i.d.R. auf Bildstöcken vor, die an Stellen errichtet wurden, an welchen jemandunvorbereitet zu Tode kam (Unglück, Mord, Schlaganfall/Herzinfarkt). Vermutlich ist hier also vor langer Zeit einmal jemand gestorben - der Jäger, dem die Gegend bis heute den Namen Jägersruh zu verdanken hat? . Unter diesem Inschriftenrest findet sich eine flache Nische mit Kielbogen-Dach. In dieser Nische erkennt kan heute nur noch in der oberen Hälfte einen kreisrunden Kopf mit zwei kleinen runden Augen (Löchern) und einem Mund, der vermeintlich die Mundwinkel nach unten zu ziehen scheint. . Unter dieser Nische hat der Bildstock ein weiteres flaches Relief vorzuweisen, welches diesmal ohne Nische angebracht wurde: Hierbei handelt es sich um einen (vom Betrachter aus) nach rechts wegschreitenden Menschen (vermutlich ein Mann) mit Stock vor ihm in seiner linken Hand und Tasche, die um seine rechte Schulter zu hängen scheint. Vielleicht soll eines der beiden Reliefs ja die zu Tode gekommene Person darstellen. -- verwendete Literatur: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.211 (Nr.537)

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