Der Bildstock (1700) des Bretzinger Müllermeisters Burkhart Sans
Aufgenommen am 15. November 2013 · Standort 49.57929, 9.48669
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Der Bildstock des Bretzinger Müllermeisters Burkhart Sans (1700)
Der Bildstock steht in Bretzingen, bei der Abzweigung der Heckenstr. von der Ortsdurchfahrt (Erftalstr.). Das Oberteil mit Satteldach und oben aufsitzendem Kreuz zeigt im Halbrelief die Kreuzigungsszene mit Maria (links) und Johannes (rechts) unter dem Kreuz stehend. Darüber und darunter finden sich zusätzlich noch zwei beflügelte Engelsköpfe. Das Oberteil ruht auf einer Rundsäule. Sowohl Oberteil als auch Rundsäule (und ebenso der Sockel) sind aus rotem Sandstein gefertigt. Die Säule steht allerdings auf einem viereckigen Zwischenstück, welches aus grauem Kalkstein geschaffen wurde. Auf diesem Zwischenstück findet sich vorne ein weiterer beflügelter Engelskopf, unter welchem im Halbrelief sechs Kugeln (Äpfel?) zu sehen sind.
Das Zwischenstück selbst ruht auf einem sehr großen, altarförmigen Sockel, auf dessen Vorderseite sich in einem großen Inschriftenmedaillon die Stifterinschrift findet:
DIESES bILT HAT
LASEN AUF RICHTEN GOTT ZU
EHREN DER EHREN HAFTE MEISTER
BORCKHART SANST UND SEINE
LIEbE HAUSFRAU OTTILIA MULER IN
bRETZINGEN
ANNO 1700
.
Die Stifterfamilie dürfte als Müllerehepaar nicht in dem nur ein Jahr nach Errichtung des Bildstocks direkt dahinter gebauten Haus gewohnt haben, sondern vermutlich eher in der ehem. Unteren Mühle, die unmittelbar nörlich von Bretzingen lag, um 1700 wieder aufgebaut wurde und u.a. über die hier am Bildstock abzweigende Heckenstr. erreichbar war. (Im Fachwerkhaus direkt hinter dem Bildstock lebte womöglich ein Hufschmied, denn neben der Jahreszahl 1701 ist hier über dem Kellereingang auch ein Hufeisen eingehauen.)
.
Die Bildstockstifter Burkard Sans und Ehefrau Ottila sind auf Hardheim.info erwähnt: Am 8.6.1706 heiratete ein Joh. Nikolaus Hessemer aus Hockenheim in Bretzingen die einheimische M(aria) Marg(aretha) Sans – die Tochter des Müllermeisters Burkard Sans und seiner Frau Ottilie.
In der Datenbank der Genealogenfreunde Hardheim finden sich weitere Infos zum Stifterehepaar: Demnach wurde
Johann Burkard Sans am 11.8.1653 in Bretzingen als Sohn des Burkard Sans (1609-1669) und der Kunigunda Reuß (1620-1683) geboren und heiratete im Alter von 17 Jahren, am 18.4.1671, Ottilia Meusel (ca. 1643-12.9.1722, Bretzingen). Ottilia Meusel war die Tochter des Bretzinger Schultheiß und Ratsherrn Christoph Meusel (1610-1691) und der Christina Geiger (1616-1676). Das Stifterehepaar hatte laut Datenbank 5-6 Töchter und 5 Söhne, von denen jedoch offenbar nicht alle das Säuglingsalter überlebten. Der Müllermeister, Wirt und Ratsherr Johann Burkard Sans starb schließlich am 10.7.1718 im Alter von 64 Jahren in Bretzingen. Laut der genealogischen Datenbank war Burkard Sans offenbar der Müller der Bretzinger Mittelmühle, die er von seinem Vater übernahm.
verwendete Quellen:
hardheim.de
hardheim.info
genealogische Datenbank Erftal der Genealogenfreunde Hardheim und Umgebung
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- * Sans - Borckhart Sanst & Ottilia
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- * Meusel - Ottilia Meusel
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