Der alte Heu(n)weg an der Spitze der Mainschleife
Aufgenommen am 21. Juni 2013 · Standort 49.74667, 9.56417
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Hier ungefähr gab es bis 1625/26 eine Furt nach Urphar
Die alte Mainfurt bei Urphar (bis 1625/26):
Früher gab es bei Urphar eine Felsbank im Main, die eine natürliche Furt über den Fluss bildete. Diese Furt erlangte bereits sehr früh sehr große Bedeutung: Bereits ein frühmittelalterlicher Nord-Süd-Fernweg (der heute noch in der Gegend mit dem Namen Heuweg bzw. Heunweg als Wanderpfad weiter existiert) nutzte diese Furt zur Querung des Mains: Schon in einem auf das Jahr 839 datierten Diplom Ludwigs des Frommen wird der Weg als heristraza (Heerstraße) und via publica erwähnt und dabei alleine schon durch die Namensgebung seine überregionale Bedeutung anschaulich.
Noch heute weisen Flurnamen wie Urpharer Furtwiesen oder An der Urpharer Furt, aber auch der Ortsname Urphar (fara = ahd. Furt) selbst auf die einst so rege genutzte Furt hin. Urphar wird sogar als Urfare bereits im Jahre 775 erstmalig urkundlich erwähnt - zu dieser Zeit war die Furt also bereits bekannt und genutzt. Der Wehrturm der Urpharer Jakobuskirche wurde bereits vor der Jahrtausendwende zum Schutz des Übergangs oberhalb des Ortes errichtet- ein weiterer Beleg für die ehem. große Bedeutung dieser Furt.
Da die Furt direkt bei Urphar über den Main führte, gelangte man auf der anderen, nördlichen Mainseite bei Nutzung der Furt also im Himmelreich, im südlichen Teil der Mainschleife (und damit also auf einer von drei Seiten vom Main umschlossenen Halbinsel), wieder an Land. Der Heu(n)weg führt dort sofort auf den Bergrücken des Himmelreichs (mit ca 240m Höhe an der höchsten Stelle dort ca. 100m höher als der umgebende Main). Dort oben verlief er (und verläuft er noch heute als schöner Wanderpfad) über die gesamte Mainschleife bis zu deren Ende im Herrnschlag/ am Bettingberg (zwischen Kreuzwertheim und Bettingen), um dann in den Spessart abzutauchen. An den steilen Hängen zu beiden Seiten des Heu(n)wegs im Himmelreich gab es lange Zeit Weinberge, von denen noch heute zahlreiche Mauern und Steinriegel zu sehen sind. Viele der Weinbergsmauern wurden vermutlich auch aus Resten der Wettenburg und der schon frühgeschichtlichen Befestigungsanlagen gebaut.
Die Furt blieb im Mittelalter weiter in reger Benutzung, bis ihre Benutzung durch ein gewaltiges Unwetter 1625/26 nicht mehr möglich war (Abbruch/Einsinken der Felsbank?). Der neue Übergang entstand daraufhin bei Bettingen und das Himmelreich fiel von da an in einen Jahrhunderte langen Dornröschenschlaf, bis es im 20. Jhd. durch seine neue, unmittelbare Zugangsmöglichkeit über die Staustufe Eichel von Wanderern als wildromantisches Ausflugsziel wiederentdeckt wurde.
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verwendete Quelle:
Neubauer, Dieter. Die Wettenburg in der Mainschleife bei Urphar. (...) (Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde an der Universität Würzburg; Würzburg, 2000)
d01818
Die Urpharer Wehrkirche St. Jakobus thront über der ehem. Mainfurt (bis 1626)
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