Das Wetterkreuz - wie es bis 22. Juni 2011 aussah
Aufgenommen am 17. April 2011 · Standort 49.58199, 9.66237
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Kleindenkmal Nr. 13 (Dittwar):
Das Wetterkreuz
Standort von großer Bedeutung:
Am Wetterkreuz treffen sich uralte Wege: Schon die alten Keltenfernstraßen Neckar-Main und Spessart-Hohenlohe kreuzten sich hier.
Das Kreuz steht an einer Stelle, die vermutlich zudem heidnischen Zwecken diente.
Am Wetterkreuz treffen 5 Gemarkungen aufeinander. Am fünfseitigen Kreuzsockel sind die Wappen der 5 Gemarkungen als Reliefs angebracht: Lauda (LLL), Oberlauda (OOO), Dittigheim/Hof Steinbach (DDD), Dittwar (DWD) und Distelhausen (DHD). Also im Grunde ein Fünfmärker. Diese Gemarkungsgrenzen sind sicher älter als das Kreuz. Seit der Flurbereinigung 1900 hat der Standort allerdings mit Dittigheim (Hof Steinbach) tatsächlich eine Gemarkung verloren.
Nach historischen Aufzeichnungen wurde das Steinkreuz im Jahre 1714 von den damaligen Gemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar nach einem großen Gewitterschaden in den Fluren zum ewigen Andenken aufgestellt. Laut Chronik standen schon im 19. Jahrhundert beiderseits des Kreuzes Kastanienbäume.
Aufgrund der exponierten Lage (333,3 m NN; Taubertal bei Distelhausen: 181m NN) fallen diese immer wieder Blitzschlag oder Sturm zum Opfer. Der letzte große Kastanienbaum, der dieses Schicksal bis jetzt erleiden musste, wurde am 22.06.2011 von einem starken Gewitter und heftigem Sturm gefällt.
Auf dem fünfseitigen Sockel erhebt sich ein ca. 3m hohes Kruzifix. Auf dem Kreuzstamm (untere Hälfte, Vorderseite) findet sich die Stifterinschrift:
1714ZV DER ZEI
HE SCHVLDZHENL.I.G.S.D.FW
Also:
1714
Zu der Zeit
Schulzen
(Initialen der Schultheiße)
Ganz unten findet sich dann noch (evtl. Initialen des Steinmetzes):MD
Rechts seitlich am Stamm schließlich noch eine nur noch schlecht lesbare Renovierungsinschrift, die nach Maninger (s.u.) lauten könnte:
„renoviert durch Johann Gunich“
Erstaunlicherweise erfolgte die Weihe des Wetterkreuzes nicht im Jahr der Errichtung 1714, sondern offenbar erst 1716. Das zeigt die Oberlaudaer Bürgermeister-Rechnung von 1716 (Seite 20), in welcher nachfolgende "Ausgab Geldt" eingetragen ist: "20 Kreuzer hat Schulmeister und Heiligen Pfleger Martin Sack verzehrt, als Mann das Neue Wetter Kreutz geweihet." (zitiert nach Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., s.u.: 1.)
Das Kruzifix von 1714 ist nicht das erste Kreuz, das hier oben stand. Es muss einen (hölzernen?) Vorgänger gegeben haben. Darauf weist laut Dittwarer Festchronik (Literaturangabe 2, S. 47) nebenbei die „Liste der Dittwarer Zinszahler an das Juliusspital Würzburg“ aus dem Jahre 1669 hin. Dort heißt es: „Von 20 Morgen Ackerfeld im Flur gegen Lauda beym Wetterkreuz oder an gräbern gelegen (...)“.
Literatur- & Online-Fundstellen zum Wetterkreuz:
Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 1
Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 14
Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 13
wikipedia.org: https://de.wikipedia.org/wiki/Wetterkreuz_(Tauberbischofsheim)
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- 2011 - 22.06.2011
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