Das Wendelinusbild (1603) an der K3968 von Hainstadt nach Hornbach
Aufgenommen am 15. Februar 2013 · Standort 49.54662, 9.32072
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Das Wendelinusbild (1603) an der Straße von Hainstadt nach Hornbach:
Der Bildstock ist laut Köllenberger (s.u.) regional als Wendelinusbild bekannt, beherbergt er doch in seinem Gehäuse einen kleine Figur des Heiligen Wendelin, der u.a. als Schutzpatron der Schäfer gilt. Darum dreht sich auch die regionale Sage um den Errichtungsgrund des Bildstocks (nach Köllenberger):
Nach der Überlieferung soll der Bildstock von einem Schäfer gesetzt worden sein. Ihm waren in einem Gewitter alle Schafe entlaufen und er legte daraufhin das Gelübde ab, dem Heiligen Wendelin einen Bildstock zu errichten, wenn es ihm bloss gelingt, all seine Schafe wieder unversehrt zusammenzutreiben. Er war offensichtlich erfolgreich.
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Der Bildstock stellt -nicht nur im Vergleich mit anderen Bildstöcken seines Alters- eine wirkliche Besonderheit dar, sitzt doch auf seinem steinernen Stamm ein blechernes Gehäuse (vorne verglast)! (Natürlich stellt sich die Frage, ob der Bildstock schon immer ein Blechgehäuse besaß, zumindest fand ihn laut Köllenberger aber bereits Götzelmann im Jahre 1922 exakt so vor...)
In dem Gehäuse steht ein kleine, bunt bemalte Figur des Heiligen Wendelin. Die Figur erscheint älter, ob sie jedoch schon Originalbestandteil des Bildstocks war, vermag ich überhaupt nicht einzuschätzen.
Seitlich am Gehäuse findet sich an der Außenseite jeweils ein schlichtes Kreuz in Form eines flachen, blechernen Reliefs. Das ebenfalls blecherne Satteldach des besitzt vorne am Rand zahlreiche (später angebrachte?) Blechzacken. Gekrönt wird das Gehäuse von einem kleinen blechernen Kreuz, an welchem parallel zum Querbalken und unter diesem zwei kleine (Blech-)Engel befestigt sind.
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Der Stamm des Bildstocks ist rot angestrichen (auch Köllenberger spricht schon von einem stark überstrichenen Stamm), die Inschriften schwarz nachgemalt. Der Stamm ist im Unterteil rund und wird im oberen Drittel dann vierkantig. Auf dem vierkantigen Abschnitt finden sich die Inschriften:
Die Stifter-Inschrift auf der Stammvorderseite lautet:
1603
BVRCKH
ART SCH
VERMA
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Ich vermute, der auf dem Stamm als Burckhart Schuerma angegebene Stifter hieß korrekt geschrieben eigentlich Burkhard Scheuermann(Sch[e]uerma[nn]): Schuerma oder Schürma klingt nicht wirklich wie ein Nachname, ich konnte deutschlandweit auch keinen einzigen entsprechend lautenden Telefonbucheintrag finden. Schürmann wäre freilich auch naheliegend, aber auch dieser Name begegnet einem heute nicht im regionalen Telefonbuch. Sehr häufig dagegen kommt in Buchen, Hainstadt und Hettingen aber der Nachname Scheuermann vor.
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Auf der Rückseite des Stamms entdeckt man zunächst BW, was auch bei Köllenberger schon dort stand. (früherer Renovierungsinweis?) Darüber neuere Renovierungsvermerke:
renoviert 4/03, darunter 2x " " 6/11, darunter R. Sch.
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verwendete Literatur:
Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.189 (Nr.473)
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- * Scheuermann - Burckhart Schuerma
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