Panoramio reincarnated

Das Sühnekreuz beim Sichelesacker am Weg nach Rüdental (Vorderseite)

Das Sühnekreuz beim Sichelesacker am Weg nach Rüdental (Vorderseite)

Aufgenommen am 2. Februar 2013 · Standort 49.62260, 9.47524

Zum Bild

Das Sühnekreuz beim Sichelesacker am Weg nach Rüdental: Losch (s.u.) datiert das Buntsandsteinkreuz auf das 15. Jhd., spätestens auf den Anfang des 16. Jahrhunderts. Das Kreuz steht heute zumindest noch in der Nähe seines ursprünglichen Standorts. An seinem heutigen Platz wurde es im Jahre 2005 von der Gemeinde Hardheim neu errichtet. . Auf der Kreuzrückseite findet sich im Kopfteil ein kleines (ca.2cm Durchmesser), quadratisches Loch. Auf der Vorderseite ist in der Kreuzmitte eine Einkerbung deutlich zu erkennen, die unmittelbar an ein Wappenschild erinnert. (Losch spricht von einem leicht geschwungenen, spitzen Wappenschild mit Kübelhelm und Helmzier.) Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass sich dieses Symbol nach oben hin anders fortgesetzt haben muss. Berberich berichtet dann auf hardheim.info (s.u.) auch, dass es sich wohl eher um die Abbildung einer alten Pflugsterz handelt, deren oberer Halter ursprünglich positiv aus dem Stein gehauen war, mit der zeit aber abgesplittert ist. Die Abbildung einer Pflugsterz auf einem alten Steinkreuz könnte einfach darauf hinwesien, dass das Kreuz zum Gedenken an einen hier verstorbenen Bauern errichtet worden sein könnte - womöglich kam die verstorbene Person gar beim Pflügen unter den Pflug und fand so durch die Pflugsterz den Tod. . Natürlich ranken sich um ein altes Steinkreuz mit abgebildeter PflugsterzSagen: a) Einst gerieten zwei Frauen bei der Feldarbeit derart miteinander in Streit, dass die eine mit ihrer Sichel auf die andere einschlug, so dass diese starb. Seitdem wird der Acker Sichelisacker genannt. Das Kreuz wurde zum Gedenken an die zu Tode gekommene Frau (als Suehne- oder als Gedenkkreuz?) errichtet. b) An dem Kreuz, das kurz nach Hardheim an der Wertheimer Straße steht, lag früher in Sturmnächten stets ein schwarzer Hund. Wenn jemand um Mitternacht am Kreuz vorbei nach Rüdental ging, wurde er ab dem Kreuz vom Hund begleitet. Der Hund ging dann die halbe Strecke bis nach Rüdental mikt und zwar bis zu einem kleinen Bildstock, an welchem er einfach verschwand. An jener Stelle soll vor langer Zeit ein Bauer ums Leben gekommen sein. Der Hund erschien dann erst wieder bei der nächsten Sturmnacht, wieder am Kreuz. Obwohl der Hund also offenbar niemandem etwas tat, hatten die Leute Angst vor ihm und mieden nachts diesen Weg. c) Einem Bauer wurden hier einstmals beim Pflügen die Ochsen wild, so dass er unglücklich unter sein Gespann geriet und starb. . Vor dem Kreuz ist im Boden eine kleine Hinweistafel eingelassen, auf welcher zu lesen ist: Lehrer Fritz Mohr schrieb in seiner Veröffentlichung Hardheim Einst und jetzt: Ein Bauer pflügte mit einem Ochsengespann auf seinem Felde. Da wurden die Ochsen wild und rasten mit dem Pflug über ihn hinweg. Der Bauer verstarb an den Folgen des Unfalles. Das Kreuz, das später an dieser Stelle errichtet wurde, soll die Vorübergehenden um ihr Gebet für den jäh aus seinem Schaffen gerissenen bitten und an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens mahnen. Die Renovierung des Kreuzes wurde vom Bauhof der Gemeinde Hardheim durchgeführt. Die Genealogenfreunde von Hardheim bedanken sich hierfür bei der Gemeinde Hardheim. -- verwendete Quellen: suehnekreuz.de hardheim.info Losch, Bernhard. Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg. (Theiss: Stuttgart 1981)

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen