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Blick zum Steinkreuz von 1724

Blick zum Steinkreuz von 1724

Aufgenommen am 10. Januar 2014 · Standort 49.57823, 9.48116

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Kleines Steinkreuz von 1724 an einem alten Weg auf dem Hohnberg (Bretzingen) Oben auf dem Hohnberg verläuft im Osten –direkt oberhalb des steil nach Bretzingen hin abfallenden und mit zahlreichen Steinriegeln besetzten Hanges- ein alter, aufgegebener und stellenweise kaum mehr zu erkennender Weg. An diesem Weg steht ein kleines Steinkreuz (85cm hoch) aus dem Jahre 1724, das auf den amtlichen Karten nicht verzeichnet ist. Laut Losch (s.u.) existiert in Bretzingen zu diesem Kreuz die volkstümliche Überlieferung, dass sich vor langer Zeit ein kleines Kind auf dem Hohnberg verirrt hätte und über Nacht erfroren oder vor Angst gestorben sei. Am Fundort wurde dann zum Gedenken das Kreuz errichtet. Zwar wurden die meisten zu alten Kleindenkmalen existierenden Sagen erst im Nachhinein um das Objekt herum gesponnen, meist sogar erst hunderte Jahre später, nachdem der eigentliche Grund schon längst vergessen war. Diese Geschichte könnte aber ausnahmsweise das tatsächliche Unglück konserviert und so vor dem Vergessen bewahrt haben, worauf die spärliche Inschrift in Kombination mit einer Recherche in der genealogischen Datenbank Erftal der Genealogenfreunde Hardheim und Umgebung hinweist: Die kaum mehr zu entziffernde Inschrift, die sich zweizeilig zentral über die gesamte Breite des Querbalkens zieht, lautet nach meiner Einschätzung (Angaben in Klammer unsicher): ANNO 1724 IOHA(N) (G)EOR VOL(C) IS(t) PeKrAPeN WO(r) . Also: Anno 1724 Johann / Georg Volk ist begraben worden (Losch liest: ANNO 1724 (???) / FORCH iST PekrAPeN Wor) . Erst nach meinem Versuch, die Inschrift zu entziffern, recherchierte ich in der genealogischen Datenbank Erftal – und fand tatsächlich folgenden Datensatz: Johann Georg Volk - Taufe: 6.2.1722 in Bretzingen - Tod: 5.11.1724 in Bretzingen Der kleine Johann Georg starb also im Alter von nur 2 Jahren und 9 Monaten, was für sich alleine bei der hohen Kindersterblichkeit früher noch nicht ungewöhnlich ist. Aber er hat exakt den Namen, welchen ich auf dem Kreuz lesen zu können glaube. Und er war aus Bretzingen und starb 1724. Auch dieses Jahr steht auf dem Kreuz. Der Bretzinger Ortskern (um die Kirche herum) liegt nur ca. 300m Luftlinie vom Standort des Kreuzes entfernt, was für ein fast 3jähriges Kind trotz des steilen Hanges machbar sein sollte. Der Hang selbst war damals vermutlich auch noch nicht bewaldet, worauf die zahlreichen Steinriegel (Weinberge) hinweisen. Der kleine Johan Georg könnte also einfach aus dem Ort den Weinberg hochgegangen sein und dann oben im Höhenwäldchen die Orientierung verloren haben. Auch dass er laut Datenbank im November starb, unterstützt die Vermutung dass das Kreuz seine Todesstelle markiert, denn laut der volkstümlichen Überlieferung erfror das Kind über Nacht (oder starb aus Angst), was im November durchaus wahrscheinlich ist. . Johann Georg Volks Eltern spielte das Schicksal schwer mit: Von ihren insgesamt 5 Kindern überlebte nur ein Kind, nämlich die jüngste Tochter (die dann wiederum mit 13 Jharen Vollwaise wurde) das Kleinkindalter. U.a. wurde so auch der zweite Sohn der Volks, der 3 Jahre nach dem Tod seines Bruders geboren und von den Eltern ebenfalls wieder Johann Georg getauft wurde, nur 2-3 Jahre alt. verwendete Quellen: Losch, Bernhard. Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg. (Theiss: Stuttgart 1981), S. 165 (Hardheim II, Ortsteil Bretzingen) suehnekreuz.de genealogische Datenbank Erftal der Genealogenfreunde Hardheim und Umgebung

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