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Blick zum 'Feygenbutzerle' (1619) - Bildstock zur Erinnerung an einen Mord am 23. April 1615

Blick zum 'Feygenbutzerle' (1619) - Bildstock zur Erinnerung an einen Mord am 23. April 1615

Aufgenommen am 24. Juni 2012 · Standort 49.48955, 9.77613

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'Feygenbutzerle' (1619) - Bildstock zur Erinnerung an einen Mord am 23. April 1615 Der Feygenbutzerle (1619) - Bildstock zur Erinnerung an einen Mord im Jahr 1615: Der im Jahr 1619 errichtete Bildstock wird in Mergentheim Feygenbutzerle genannt, in Anlehnung an den Nachnamen des im Jahr 1615 Ermordeten, zu dessen Gedenken der Bildstock an der Stelle des Mordes errichtet wurde. Der Ermordete war der Bad Mergentheimer Metzger Hans Feygenputz. Er wurde hier am 23. April (Georgstag, St Georgi) 1615 von Hans Lauer erstochen. Karl Kolb entziffert den Namen des Mörders noch als Klaus Lauer, evtl. wurde der Vorname also bei einer Renovierung bzw. bei der Erstellung der Kopie falsch entziffert. Bei dem obigen, heute an der Stelle des Verbrechens stehenden Bildstock handelt es sich nämlich um eine detailgetreue Kopie; das Original befindet sich im Deutschordensmuseum. Der Bildstock ist doppelseitig: Auf der Vorderseite ist die Auferstehungsszene dargestellt. Darunter findet sich die Inschrift: Gott zu Ehren zum Gedachnus sein Hanns Feygenbutz durch die Freünde sein Ist dusse Biltdnuß Aldar Uffgerichdt Worde in 1619 Jahr Auf der Rückseite ist die Ermordungsszene anschaulich und mit sehr viel Detailliebe dargestellt und macht den Bildstock damit eizigartig: Zu sehen ist, wie zwei Männer in typischer, bürgerlicher Zeittracht gekleidet von links ankommen. Beide heben jeweils einen Arm abwehrend nach vorne oben ausgestreckt. Vor Ihnen steht nämlich in der Bildmitte ein weiterer Mann (der Mörder Hans Lauer), der gerade sein Schwert aus der Scheide gezogen hat und es nun mit der rechten Hand dem vorderen der beiden gegenüberstehenden Männer -also dem Metzger Hans Feygenbutz- in den Unterleib sticht. Schräg hinter dem Mörder nähert sich von rechts eine offenbar bestürzte Frau mit hoch erhobenen Händen. Auf dem Boden liegen die Hüte von Opfer und Mörder. Im Hintergrund sind (nur auf dem Originalbildstock) Hügel zu erkennen: Links auf einem der Hügel steht ein Turm (der Wartturm auf dem Eisenberg?), auf dem rechten Hügel eine Burg (Burg Neuhaus oder Ketterburg?). Über der Erdolchungsszene befindet sich folgende Inschrift: Anno 1615 Unter der Abbildung des Mordes setzt sich die Inschrift dann fort: Also hatt sich der leydige Fall Zugetragen hir zu mahle das Hans Lauer erstochen hat[t] Hans Feygenbutz dem Gott genat gescheen An S. georgy dag (Karl Kolb (1952) entziffert den Namen des Opfers auf der Bildrückseite (Erdolchungsszene) mit Hans Feyenwutz und den des Mörders mit Klaus Lauer.) . verwendete Literatur: Kolb, Karl Bildstöcke im Taubertal. (Tauberbischofsheim: Wig 1952) Brandstetter-Köran, Michaela Bildstöcke im Taubertal um Bad Mergentheim, Weikersheim und Creglingen. (Bergatreute: Eppe 2000) suedwest-aktiv.de (Artikel in der Tauberzeitung vom 9.9.2008) Bad Mergentheim - historischer Kurzüberblick: ° 1058 wird Bad Mergentheim erstmals urkundlich als Grafschaft Merginthaim im Taubergau erwähnt ° Seit Ende des 12. Jahrhunderts war in Mergentheim der Johanniterorden ansässig, im13. Jahrhundert kamen dann der Deutsche Orden und der Dominikanerorden hinzu. ° 1280 werden der Siedlung die Zollrechte von Herzog Johann von Lothringen zuerkannt ° 1340, am 2. Juli, verleiht Kaiser Ludwig der Bayer Mergentheim auf Bitten des Deutschmeisters Wolfgang von Nellenburg die Stadtrechte ° 1525 wird Mergentheim Hauptsitz des Deutschen Ordens (Residenz des Hochmeisters), da die Bauern zuvor den bisherigen Sitz des Hochmeisters, die Burg Horneck, imBauernkrieg zerstört hatten. ° 1809 wird das Ordensgebiet Mergentheim mit der Krone Württembergs vereint (auf Befehl Napoleons) ° 1826 entdeckt der Schäfer Franz Gehrig die spätere Wilhelmsquelle an der Tauber ° 1926 erhält Mergentheim dann schließlich zur Hundertjahrfeier der Quellenentdeckung das amtliche Prädikat Bad - Quellen: bad-mergentheim.de wikipedia.org

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