Panoramio reincarnated

Bildstock von 1634 am Ortsausgang nach Löffelstelzen

Bildstock von 1634 am Ortsausgang nach Löffelstelzen

Aufgenommen am 3. Januar 2013 · Standort 49.53626, 9.79400

Zum Bild

Alter Bildstock (1634) am Oberbalbacher Ortsausgang Richtung Löffelstelzen Der Bildstock steht vermutlich nicht mehr an seinem Originalstandort, aber zumindest noch am selben Weg: Laut Cucuel & Eckert (s.u.) stand er nämlich bei deren Besuch (1942) noch am Weg nach Löffelstelzen auf der Höhe, also vermutlich auf der Reisfelder Höhe in der Nähe der heute dort befindlichen Radarstation. Evtl. musste der Bildstock ja beim Bau der Radaranlage von seinem ursprünglichen Standort weichen. Cucuel & Eckert fanden damals außerdem das Oberteil auf dem Boden liegend vor. Inzwischen befindet es sich wieder auf dem Bildstockstamm. Es handelt sich um ein Oberteil mit tiefer und (heute) leerer Rundbogennische, unter welcher ein Wappen mit zwei gekreuzten Rebmessern zu erkennen ist. Oben auf dem Stamm beginnt dann die schon arg verwitterte Inschrift, von der Cucuel & Eckert noch entziffern konnten: . THOMAS HA(?)TEL DIS BILDT NUS GOT ZU LOB. .UND. EHREN . A VEGERI 6H. .1634 . Die 4 der Jahreszahl ist dabei in der alten Schreibweise einer nach unten offenen 8 eingehauen. Ich kann heute nur noch die letzten 8 Zeilen rel. sicher entziffern. Die beiden ersten oben zitierten Zeilen könnten wie oben angegeben lauten, wobei das ? als Platzhalter für einen schon von Cucuel & Eckert nicht mehr zu erkennenden Buchstaben dient. Über der (obigen) ersten Zeile dürfte sich höchstwahrscheinlich noch eine weitere Zeile befinden, die allerdings gar nicht mehr zu entschlüsseln ist und von Cucuel & Eckert offenbar übersehen wurde. Folglich könnte Thomas der (zweite) Vor- oder der Nachname des Stifters gewesen sein. Im Falle des (zweiten) Vornamens müsste dann der Nachname ungefähr Ha?tel (s.o.) gelautet haben: Härtel? – Hertlein und Hertle kommen heute noch als Nachnamen in der Umgebung vor. Nach oberbalbach.de hatten die Schweden im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) auch Oberbalbach besetzt und zur evangelischen Konfession gezwungen. Die Schweden wurden 1634 -also im Jahr der Bildstockerrichtung- in Süddeutschland besiegt und plünderten und zerstörten auf ihrem Rückzug das Dorf und die umliegenden (abgegangenen) Weiler Laubertsbrunn, Riedershof, Täxenheim, Rödelsee und Hagenfeld. Oberbalbach wurde sofort wieder katholisch. Die Errichtung von Bildstöcken ist ein katholisches Brauchtum. Evtl. war der Sieg über die Schweden und die damit mögliche offizielle Rückkehr zum katholischen Glauben ja der direkte Grund für die Stiftung dieses Bildstocks. Möglich wäre aber natürlich auch, dass am Originalstandort des Bildstocks z.B. jemand durch die auf ihrem Rückzug brandschatzenden Schweden getötet wurde. verwendete Quellen: (A) Cucuel, Ernst & Eckert, Hermann. Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. Wertheim - Tauberbischofsheim. (Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); S.154, Nr. 416 (B) oberbalbach.de

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen