Bildstock-Reste (1734) - die Todesstelle des überfallenen Kaplans (Station 3/3 der Kaplan-Sage)
Aufgenommen am 20. April 2012 · Standort 49.60910, 9.47248
Zum Bild
Bildstock-Reste (1734) - die Todesstelle des überfallenen Kaplans (Station 3/3 der Kaplan-Sage)
Die Kaplan-Sage:
Irgenwann Anfang des 18. Jahrhunderts (vor 1714) soll ein namentlich nicht mehr bekannter Kaplan auf dem Heimweg von der Dornberger Kappel nach Hardheim im Bergwald am Kappelberg von Wegelagerern überfallen, augeraubt und durch mindestens einen Messerstich schwer verwundet worden sein. Da er sehr stark geblutet haben muss, hat er in seiner Verzweiflung sein Käpplein auf die Wunde gedrückt, um die Blutung zumindest ein wenig zu mindern. Schwer verletzt schleppte er sich so weiter Richtung Hardheim.
Am heutigen Standort des Kaplanskreuzes (Station 1) auf einer kleinen Ebene am bewaldeten Steilhang oberhalb der Wohlfahrtsmühle wurde er das erste Mal ohnmächtig und leerte sein mit Blut gefülltes Käpplein erstmals aus.
Am Alten Talweg, an der Stelle, an welcher später der Leiblein-Bildstock (Station 2)beim See an den Bücholdwiesen errichtet wurde, soll der Kaplan das zweite Mal das Blut aus seinem Käpplein geleert und erneut das Bewusstsein verloren haben. Nachdem er das Bewußtsein wieder erlangt hatte, schleppte er sich weiter Richtung Hardheim - und kam dort tastächlich noch an:
Am Ortsanfang von Hardheim, kurz nachdem der Alte Talweg in die Wertheimer Straße mündet, brach der Kaplan dann aber erneut zusammen. Hier starb er dann auch.
An den beiden Stellen, an welchen er ohnmächtig wurde und sein Blutkäpplein leerte und an der Stelle seines Todes wurden der Sage nach dann in den folgenden Jahren (zwischen 1714 und 1734) zum Gedenken an die Tat jene zwei Bildstöcke und jenes Kreuz errichtet, die sich heute noch dort befinden.
Die Mörder wurden nie identifiziert. DEm Mordopfer sollte einmal jährlich mit einem Gottesdienst in der Kappel gedacht werden.
(Quelle: hardheim.info)
.
Der Bildstock auf obigem Foto stellt also Station 3 von 3 des Todesmarsches des Kaplans dar: Den Ort seines Todes.
Bildstock-Reste von 1734 in der Wertheimer Straße:
Inschrift auf dem Sockel:
17 34
.
darunter in einem Inschriften-Medaillon:
GOTT
UND SEINER
SCHMERTZHAFTT
EN MUTTER GOTTES
MARIA ZU EHREN HAT
HANS BALTZ BORTH
UND MARIA CATAR
INA SEINE HAUSFRAU
DIESEN BILSTOCK
AUFRICHTEN
LASSE
.
Um diese Inschrift findet sich kreisförmig außen herum noch folgende Ergänzung:
Siehe an o mensch und betracht ob ein schmertz sey wie mein schmertze sein
-
Der Bildstock stand ursprünglich direkt an der Wertheimer Straße. Nachdem Sockel und Säule durch Streusalz arg in Mitleidenschaft gezogen waren, wurden die Bildstock-Reste in die Stützmauer integriert, wo sie heute zu finden sind.
Schlagwörter
- Deutschland
- Baden-Württemberg
- # A- Frühling
- # Wegkreuz
- # Stadt-Dorf
- Neckar-Odenwald-Kreis
- # Naturpark Neckartal-Odenwald
- Erfatal
- # 1700 - 1799
- #Str. - B 27
- #Str. - L 508
- # Todesstelle
- # Sage-Legende
- Hardheim
- # Gedenkstein
- #Str. - L 521
- #Str. - Miltenberger Straße
- 1734
- #Str. - Wertheimer Straße
- # Kaplan-Sage
- # Barth-Bildstock
- * Barth - Hans Balthasar Barth
Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.
Ähnliche Aufnahmen
-
Bildstock-Reste (1734) - die Todesstelle des überfallenen Kaplans (Station 3/3 der Kaplan-Sage)
20. April 2012
-
Bildstock-Reste (1734) - die Todesstelle des überfallenen Kaplans (Station 3/3 der Kaplan-Sage)
20. April 2012
-
Beim Kaplanskreuz(oben rechts ist es schon zu sehen)
20. April 2012
-
Das Kaplanskreuz (1732)
20. April 2012
-
Das Kaplanskreuz (1732)
20. April 2012
-
Das Kaplanskreuz (1732)
20. April 2012
-
Das Kaplanskreuz (1732)
20. April 2012
-
Beim Kaplanskreuz(in der Bildmitte ist es schon klein zu sehen)
20. April 2012