Panoramio reincarnated

Bildstock (1.H. 17. Jhd.) am Parkplatz neben dem Wildbach bei der Abzweigung nach Guggenberg

Bildstock (1.H. 17. Jhd.) am Parkplatz neben dem Wildbach bei der Abzweigung nach Guggenberg

Aufgenommen am 12. April 2013 · Standort 49.65961, 9.39186

Zum Bild

Pieta (1723) am alten Guggenberger Kirchweg runter nach Riedern: Der Bildstock steht an der alten Guggenberger Steige, die von Riedern parallel zum Graben des Wildbachs auf die Höhe zieht (alter Kirchweg runter nach Riedern). Wenige Meter vor dem Standort des Bildstocks zweigt ein alter Fußweg von der Steige ab, der kurz drauf den Wildbach überquert, um einen dann auf der anderen Uferseite direkt nach Guggenberg zu führen. Auf dem vierkantigen Stamm des Bildstocks sitzt ein relativ hohes Oberteil. Die zwei oberen Drittel des Oberteils zeigen ein künstlerisch eher schlichtes Relief einer Pieta zwischen zwei Säulen. Über ihr ein beflügelter Engelskopf, der zu beiden Seiten von farnblattartiger Ornamentik umrahmt wird. Über dem Engelskopf erkennt man noch den Querbalken eines kleinen Steinkreuzes, welches das Oberteil einst krönte. (Der obere Längsbalken ist abgebrochen.) Im unteren, durch eine Randleiste vom oberen Teil getrennten und sich zum Stamm hin verjüngenden Drittel des Bildstockoberteils findet sich ein ovales Inschriftenmedaillon, welches ebenfalls von Ornamentik (erinnert an Farnblätter und Getreideähren) umrahmt ist. Im Medaillon ist zu lesen: ZUR EHR GOTTES HAT MARTIN HAUCK DIESES BILT AUFF RICHEN LASEN IM JAHR 1723 d01747 Bildstock (1.H. 17. Jhd.) am Parkplatz neben dem Wildbach bei der Abzweigung nach Guggenberg: Der Bildstock steht heute direkt am Abhang zum Wildbach auf dem Parkplatz, der direkt an der Abzweigung von der MIL 15 nach Guggenberg liegt. Damit dürfte er -zumindest noch annähernd- an seinem Originalstandort stehen, welchen Köllenberger (s.u.) so beschreibt: (...) an der Straße [von der Guggenberger Höhe runter] nach Riedern links, an der höchsten Stelle im Wald. Der Bildstock aus rotem Sandstein besitzt einen zweigeteilten Stamm: Die beiden unteren Drittel -nach Köllenberger nicht mehr Originalstamm- sind mit einer großen Metallklammer mit dem oberen (Original-)Stammdrittel verbunden, welches dann monolithisch in ein Gehäuse mit ca. 3cm tiefer Nische und Satteldach übergeht. Vom kleinen Steinkreuz auf dem Satteldach fehlt der (vom Betrachter aus) linke Kreuzarm. Auf den schmalen Seitenflächen des Bildstockoberteils finden sich jeweils kleine, oben abgerundete und ca 2cm tiefe Nischen, die heute ebenso leer sind wie die vordere Hauptnische, über die zwei Eisenstangen quer verlaufen. Auf dem Steinkreuz kann man noch 1 (N) R (I) (INRI) und darunter deutlich das Steinmetzzeichen (Nr. 53 bei Köllenberger (S.287)) erkennen. Die eigentliche Inschrift folgt auf dem Stamm (Vorderseite), direkt unter der Nische beginnend. Sie ist heute kaum mehr zu entziffern. Köllenberger konnte noch folgendes entschlüsseln: ICH IORG RU NTSCHUG UND MARI A ME??? [Klammer] EHL ICHE [Klammer] (H)AUSZ FRA(U) [Klammer] ??? SE [Bruchstelle (Ende des Original-Stammteils)] ??? ??? . Köllenberger datiert den Bildstock auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. -- verwendete Literatur: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.211 (Nr.536)

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen