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Beim 'Schwedenstein' am Waldrand des Breitenbüschle

Beim 'Schwedenstein' am Waldrand des Breitenbüschle

Aufgenommen am 8. Februar 2013 · Standort 49.50234, 9.35164

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Der Schwedenstein - Bildstock zur Erinnerung an den im 30jährigen Krieg hier von einem Schweden ermordeten Marcus Ruck (27.5.1628): Der Bildstock ist monolithisch, also aus einem zusammenhängenden Sandsteinblock gehauen. Der ca. 1m hohe Bildstockstamm beginnt am Boden achteckig, geht dann aber in einen viereckigen Stamm über. Auf dem Stamm sitzt das Bildteil, welches wie die üblichen Bildgehäuse des 17. Jhd. mit (spitzem) Satteldach gefertigt ist, jedoch eine Besonderheit aufweist: Es besitzt keine Nische, also nicht einmal eine flache. Vielmehr ist das Relief, ein Kleeblattkreuz ohne Darstellung des Gekreuzigten, direkt auf der Vorderseite des Oberteils zu finden, so dass es sich merklich nach vorne vom Bildstock absetzt. Direkt auf dem Oberteil findet sich in dessen unterer Häfte die große Datumsinschrift links und rechts vom Stamm des Reliefkreuzes: 16 Z8 Z7 MAY . Auf dem Stamm des Bildstocks setzt sich die Inschrift dann ganz oben beginnend wie folgt fort: HOC LOCO PER EQV ITE INT ERFECT9 EST MARC9 RVCK AB HET TIGE C:A [= Cuius : Anima] D:V [= Deo : vivat] . Laut suehnekreuz.de (s.u.) soll dies berichtigt und übersetzt heißen: An diesem Ort wurde Markus Ruck aus Hettingen von einem schwedischen Reiter getötet. Dessen Seele bei Gott lebt. . Der Bildstock wurde im Jahr 1967 restauriert und neu aufgestellt, in der Bodenplatte findet sich ein entsprechender Hinweis. . Auf der großen Infotafel direkt neben dem Kreuz ist u.a. zu lesen (Auszug): (...) Hier im südlichen Teil der Gemarkung Hettingen, Richtung Eberstadt, und am ehemaligen alten Kirchweg Richtung Bödigheim, steht der älteste datierte Bildstock der Gemeinde Hettingen. Der sogenannte "Schwedenstein" trägt das Datum "1628, 27 May". (...) Der "Schwedenstein" erinnert an den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), der auch in hiesiger Gegend wütete und tiefe Spuren hinterließ. Er ist somit ein Relikt aus jener Zeit, da Hungersnot, Krankheit und Elend zu katastrophalen Verhältnissen führten. Wie sehr die Bevölkerung unter dem harten Joch dieses langen Krieges litt, geht bespielsweise aus einem Schreiben vom 1. April 1632 an Keller Faulhaber in Buchen hervor, in dem es um die ungeheuerliche Last der Einquartierung fremder Truppen geht. Fast bis zum letzten Kriegstag war die hiesige Region Kriegsschauplatz geblieben. Im Gefolge kamen Seuchen wie Pest und Cholera. Auch der damalige Pfarrer von Hettingen, Valentin Schlander, der viele Pesttote beerdigte, starb selbst am 29. September 1635 am "Schwarzen Tod". Die Bilanz des Schreckens ist ziemlich genau in den Akten vermerkt. Aus der Angabe der Zahl der Kommunikanten der Jahre 1628 und 1651 beispielsweise wird der Bevölkerungsrückgang ddeutlich: 1628 gab es 320 Kommunikanten, 1651 waren es noch ganze 120! -- verwendete Quellen: Infotafel "Museumsstraße Odenwälder Bauernhaus (...) - Schwedenstein am Gemeindewald Breitenbüschle" direkt vor Ort suehnekreuz.de Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel.(Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.206 (Nr.519)

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