Ankunft aus dem Heidenkessel im Muckbachtal
Aufgenommen am 22. August 2013 · Standort 49.59747, 9.64304
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Der Heidenkessel (Dittwar):
Der Heidenkessel ist eine natürlich Senke im Hangbereich links des Muckbachtals zwischen Dittwar und dem ehem. Dittwarer Bahnhof, die sich bis ins Muckbachtal hinunter zieht und dabei in ihrer unteren Hälfte zu einem schmalen und tiefen, nicht Wasser führenden Graben (Klinge) verengt. Unter diesem gesamten Bereich liegt eine große, vermutlich zusammenhängende Felsformation, die aus dem relativ seltenen und lange haltbarenTravertinstein besteht. Die oberen Teile dieses gewaltigen Felsens schauten früher an verschiedenen Stellen des Heidenkessels aus der Erde heraus und zogen sich offenbar sogar so bis zum Muckbach herunter. Heute ist davon -außer im unteren, grabenartigen Abschnitt des Heidenkessels- leider nicht mehr viel zu sehen: Der begehrte Stein wurde spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts als Baumaterial abgebrochen. U.a. wurde er so 1891/91 zum Bau der Mariengrotte hinter der Dittwarer Kreuzkapelle verwendet. In großem Umfang erfolgte dann der Abbau spätestens ab 1912, als der Stein zum Bau der Bahnlinie Tauberbischofsheim-Königheim verwendet wurde. Auch der eigentliche
Heidenkessel (der im 16./17. Jhd. Hexenkessel genannt wurde) wurde dabei abgebrochen und verbaut: Bei diesem handelte es sich wohl um einen aus der Erde herausragenden Teil der Felsformation, welcher eine natürliche, kesselförmige Vertiefung besaß (vgl.Kunigundenstein. In dieser Vertiefung brachten vermutlich die Kelten ihre Blutopfer dar, worauf eine eingehauene Blutrinne zum Abfluss des Blutes aus der Vertiefung wohl hingewiesen hatte. Dieser Kultstein wurde laut Dittwarer Ortschronik leider bereits für den Bau der Taubertal-Bahn an der Eisenbahnbrücke an der Mühle Halbig (1867) gesprengt und verwendet: Demnach finden sich seine Bruchstücke heute wohl in oder zumindest nahe bei dieser oder jener Bahnbrücke. Schade! Der Travertinstein des Dittwarer Heidenkessels wurde außerdem auch u.a. für den Bau des Rathauses in Rio de Janeiro und -welch maßlose Schändung- des Reichstagsgebäudes in Nürnberg verwendet.
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Fotos vom Steinbruchbetrieb aus dem Jahre 1933 finden sich auf der Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar.
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Der erste Abschnitt im 5. Kapitel (Alt-Dittwar) der Dittwarer Ortschronik liefert viele weitere Infos zum Heidenkessel. (Über vorherigen Link ist die Ortschronik online auf der Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar frei abrufbar.)
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verwendete Quelle:
Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar
Schlagwörter
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- Willenzheim (abgegangene Ortschaft)
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