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Altes Kreuz von 1576 (Friedhof Sachsenflur)

Altes Kreuz von 1576 (Friedhof Sachsenflur)

Aufgenommen am 7. Dezember 2012 · Standort 49.52379, 9.71096

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Altes Kreuz von 1576 (Friedhof Sachsenflur) Kruzifix von 1576 auf dem Friedhof von Sachsenflur: Das Kreuz fällt im Vergleich zu den anderen regionalen Kreuzen jener Zeit etwas aus dem Rahmen: Zum einen findet sich die hier zu sehende Verbreiterung des unteren Kreuzstamms zu einer Inschriftentafel nur bei diesem Kreuz. Zum anderen ist auch die Figur des Gekreuzigten außergewöhnlich, wobei besonders dessen Körperhaltung auffällt: Jesus hängt mit einem ausgeprägten Hohlkreuz am Kreuze - so wie ich mir das eigentlich anatomisch auch vorstellen würde, wenn man schon eine Weile nur an Händen und Füßen an ein Kreuz genagelt hängt. Eine ziemlich realistische Arbeit also wohl. Auf der Inschriftentafel sind am linken und rechten Rand zwei kniend betende Personen im flachen Relief zu erkennen - vermutlich das Stifterehepaar. Dazwischen findet sich folgende Inschrift, die auch noch unter der Tafel auf dem Kreuzstamm weiter geht: Ano 1576 iar der gotsacké von neu gebaut ward un auch der Erbar mar nus d [et?] bethor dis bild lassen mac zu einer gedechnus fre ... Hier endet der Kreuzstamm und damit die Inschrift unvermittelt. Der Stamm war also wohl ursprünglich länger oder stand auf einem anderen Sockel, auf welchem sich die Inschrift wohl noch fortsetzte. Cucuel & Eckert (s.u.) interpretieren bethor als Verunstaltung von praetor, womit der Stifter Schultheiß von Sachsenflur gewesen wäre, was durchaus plausibel erscheint. Dass der Stifter allerdings Nus (Max Nus?) geheißen haben soll, was Cucuel & Eckert der 5. Zeile der Inschrift zu entnehmen glauben, halte ich für etwas spekulativ. Evtl. wird hier auch nur ein weiteres Amt des Stifters genannt. Heute steht das Kreuz auf einem Sockel aus rotem Sandstein mit der Inschrift: Renoviert 1902 von Jakob Schelling . Der Ort Sachsenflur war zur Zeit der Errichtung dieses Kruzifixes im (Lehens-)Besitz der von Rosenberg, nämlich von 1561-1632. Allerdings starb Albrecht von Rosenberg 1572 (also nur vier Jahre vor Errichtung obigen Kreuzes), wonach die Hälfte von Sachsenflur an die Agnaten, die Rosenberg zu Rosenberg und Haldenbergstetten und das Mainzer Kunkellehen an die Ganerben kam. Nur 7 Jahre nach der Errichtung obigen Kreuzes, nämlich im Jahre 1583, wurde in Sachsenflur das Schlösschen durch Bart von Stetten erbaut bzw. groß umgebaut. -- verwendete Literatur: Cucuel, Ernst & Eckert, Hermann. Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. Wertheim - Tauberbischofsheim. (Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942), S.140 (Nr.350) Oechelhäuser, Adolf von & Kraus, Franz Xaver [Hrsg.] Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden (Band 4,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim (Kreis Mosbach). (Freiburg i.Br., 1898); S. 146-147 leo-bw.de - Landeskunde entdecken online

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