Alter Bildstock zwischen Neuberg, Dittwarer Höhe und Wieselberg
Aufgenommen am 13. Oktober 2011 · Standort 49.59746, 9.62121
Zum Bild
Kleindenkmal Nr. 08 (Dittwar):
Caspar Hefners Kreuzigungs-Bildstock am Gissigheimer Pfad (17. Jhd.)
Der Bildstock wurde im 17. Jhd. von Caspar Hefner gestiftet und hat eine an ungewöhnlicher Stelle platzierte Inschrift: Rundherum am Rand des Kreuzigungsbildes, links unten beginnend. Sie lautet:
GOT ZU LOB UND ER AUCH ZU CHRIST / LICHER ANDACHT
[HA]T DISE FIGUR AUF / RICHTEN LASEN CASPAR HEFNER 16(??)
Die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl sind abgesplittert.
Das Bildstockoberteil ist in Form (Eselsrücken mit Kreuzbekrönung) und Motiv (Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes unter dem Kreuz) beispielhaft für regionale Bildstöcke aus dem späten 16. bzw. frühen 17. Jahrhundert. Selbst mit seiner seltenen, um das Relief umlaufenden Inschrift erinnert er stark an einen Bildstock aus dem Jahre 1602, der in Lauda an der Biegung der Oberlaudaer Straße steht (vgl.: https://photos.app.goo.gl/FqtcmpJpVcgd7F6f1 ). Er dürfte daher ebenfalls aus dem frühen 17. Jhd. stammen.
Historische Einwohnerlisten in der Dittwarer Festchronik „300 Jahre Kreuzkapelle“ (s.u. Literaturangabe 1) untermauern diese Vermutung: In der Liste der Dittwarer „Zinszahler an das Juliusspital Würzburg 1669“ ist kein Caspar Hefner erwähnt, aber dafür ein Andreas Heffner (Nachfahre des Bildstockstifters?). Auch in der Liste der „wehrfähigen Dittwarer Jungmänner und Männer aus dem Jahr 1619“ ist er nicht erwähnt. Der einzige mit ähnlichem Nachnamen heißt hier Balthasar Haffner - der Sohn des Stifters? (Melchior – Caspar – Balthasar...).
Im „Kontraktenbuch aus der Zeit 1556 – 1586“ erscheint der Name Hefner/Hafner in Dittwar noch gar nicht, ebensowenig in der „Türkensteuerliste von 1578“. Es erscheint –unter Berücksichtigung der typischen Bildstockform- plausibel, dass der Stifter der erste Hefner/Hafner in Dittwar gewesen sein könnte. Womöglich hat er zu seinem „Einstand“ den Bildstock gestiftet? 1619 könnte er dann bereits zu alt (bzw. schon tot) gewesen sein, um noch wehrfähig zu sein. Freilich hätte er auch ein Nachfahre des Andreas Heffner sein können und damit erst in der zweiten Hälfte des 17. Jhd. gelebt haben. Dagegen spricht aber tendenziell die Bildstockform (s.o.).
Literaturangaben zum Kleindenkmal:
Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 8
Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 8
Manfred Maninger gibt in 1 (1983) weitere Details: Der Bildstock steht an der Wegkreuzung Königheimer Weg und Oberer Ölkuchenweg.
Online:
https://plus.google.com/u/0/+HBeierstettel/posts/b3Sr32e4PKM
Schlagwörter
- Deutschland
- Baden-Württemberg
- Tauberfranken
- # Wegkreuz
- # A- Herbst
- # 1600 - 1699
- # Bank
- Neuberg
- Dittwar
- Wieselberg
- Wiesenbach
- #Str. - Gissigheimer Pfad
- Dittwarer Höhe
- # Gissigheimer Pfad
- * Hefner - Caspar Hefner
Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.
Ähnliche Aufnahmen
-
Alter Bildstock zwischen Neuberg, Dittwarer Höhe und Wieselberg
13. Oktober 2011
-
Caspar Hefners Bildstock am Gissigheimer Pfad (17. Jhd.)
13. Oktober 2011
-
Caspar Hefners Bildstock am Gissigheimer Pfad (17. Jhd.)
13. Oktober 2011
-
Auf dem 'Gissigheimer Pfad'
8. Februar 2012
-
Blick zum Heiligenberg von der Dittwarer Höhe
13. Oktober 2011
-
Der außergewöhnliche 'Metzgerstein' (1608) am Anfang des Gissigheimer Pfades
8. Februar 2012
-
Der außergewöhnliche 'Metzgerstein' (1608) am Anfang des Gissigheimer Pfades
8. Februar 2012
-
Der außergewöhnliche 'Metzgerstein' (1608) am Anfang des Gissigheimer Pfades
8. Februar 2012