Alte Bootsanlegestelle im Himmelreich (gegenüber von Bettingen)
Aufgenommen am 21. Juni 2013 · Standort 49.77250, 9.55583
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Hütte (li. oben) und 'gemauerter Tisch' (re. unten) an der alten Abzweigung vom Pfad am Ostufer der Mainschleife auf deren Höhenzug (Herrnschlag)
Alte Weggabelung am Fuße des steilen Bettingbergs (Ostufer der Mainschleife):
Am steilen Ostufer der Mainschleife (Himmelreich) zieht sich ein alter Weg von Trennfeld bis zur Spitze der Mainschleife (gegenüber von Urphar). Dort trifft dieser alte Weg dann auf den Heunweg (der dort früher von Urphar über die alte Mainfurt kam und dann -heute als Wanderweg- auf dem Höhenrücken der Mainschleife durchs Himmelreich Richtung Spessart zieht) und auf den gut ausgebauten Weg am Westufer der Mainschleife, der von Kreuzwertheim her kommt und an der Staustufe Eichel vorbei führt. Das Ostufer der Mainschleife ist erheblich steiler und wilder als das Westufer. Auch den alten Uferweg an dieser Seite der Mainschleife scheint sich schon seit einigen Jahren die Natur erfolgreich zurückerobert zu haben: Je weiter man zur Spitze der Mainschleife nach Süden vordringt, desto seltener ist der alte Uferweg noch zu erkennen.
Wem es von Trennfeld kommend gelungen ist, bis hierher (Standort auf obigem Foto) auf dem Uferweg vorzudringen, sollte sich ernsthaft Gedanken machen, sich hier auf der alten -stellenweise auch kaum mehr erkennbaren- Abzweigung auf den knapp 100m höheren Bettingberg hochzuschleppen, denn der Uferweg wird ab hier stellenweise kaum mehr passierbar und bis zur Spitze der Mainschleife sind es noch immer gut 3km... Die Abzweigung nach oben ist wohl der alte
Wertheimer Weg (von Trennfeld bzw. Bettingen kommend) bzw. aus der anderen Richtung (Kreuzwertheim bzw. über die ehem. Mainfurt bei Urphar kommend) der alte Bettinger Weg. (Bettingen liegt zwar auf der anderen Mainseite; es gab aber früher -neben der ehem. Furt bei Urphar, die seit einem Unwetter 1625/26 unbrauchbar geworden war- eine weitere Furt etwas nördlich von Bettingen (ungefähr auf der Höhe der heutigen A3-Mainbrücke). Diese Bettinger Furt erhielt nach dem Untergang der Urpharer Furt eine besondere Bedeutung, weil sich die alte Nord-Süd-Fernstraße nun von Urphar nach Bettingen zur Querung des Mains verlagerte.)
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Wer früher aus Richtung Kreuzwertheim (oder bis 1625/26 eben über die Mainfurt aus Urphar) kommend Richtung Trennfeld bzw. (aus Kreuzwertheim kommend) nach Bettingen (über die dortige Furt) wollte, der ging zunächst bis in den Herrnschlag (bewaldeter Höhenzug im hinteren, nördlichen Teil der Mainschleife). Dort -beim Bildstock aus dem Jahre 1470- treffen der aus Kreuzwertheim kommende Weg und der (von der ehem. Mainfurt bei Urphar kommende) Heunweg aufeinander. Der Heunweg zieht geradeaus nach Norden über Unterwittbach in den Spessart weiter, nach Osten zweigt hier aber auch eben der Bettinger Weg (aus Trennfeld kommend Wertheimer Weg) ab: Am Beginn dieser -auch heute noch mit Bettingenbeschilderten Abzweigung (viel Spaß bei der Furtüberquerung, nachdem der Main für größere Frachtschiffe ausgegraben wurde...) steht der schon erwähnte Bildstock (1470). Ca. 300m später kreuzt man den östlichen Wanderpfad, der auf dem Höhenzug der Mainschleife unmittelbar oberhalb der aufgelassenen Steinbrüche am Bettingberg vorbeiführt. Hier ist der Bettinger Weg noch gut zu erkennen und man erhält bereits einen guten ersten Eindruck, wie steil er im Folgenden den unwegsamen Osthang des Bettingbergs herunterzieht, um dann unten (Standort des obigen Fotos) auf den alten Weg am Ostufer der Mainschleife zu treffen. Ich vermute, dass dieser inzwischen großteils von der Natur zurückeroberte Weg am Ostufer der Mainschleife auch früher nur ab hier nordwärts (also Richtung Trennfeld) rege genutzt wurde und man sich hier dann eben jene Abzweigung auf den Bettingberg Richtung Herrnschlag hoch kämpfte. Der vordere (südliche) Teil des Uferwegs, heute streckenweise vollständig verschwunden, war vermuitlich auch damals schon nur ein schmaler Pfad, der evtl. von Arbeitern der dort vorne befindlichen, aufgelassenen Steinbrüche (deren Steine aber direkt auf Schiffe/Flöße verladen wurden) für den Weg von und zur Arbeit benutzt wurde, aber sicherlich nicht von Kaufleuten mit Ochsengespannen oder anderen Fernreisenden.
Weiß jemand, um was es sich bei diesem -auf obigem Bild ganz rechts am Rand zu sehenden- ca. 1,30 x 1,00m gemauerten "Tisch" handeln könnte, der direkt bei der Abzweigung des alten Weges auf den Bettingberg steht? Ca. 100m weiter oben an der Abzweigung befindet sich zudem -in den Steilhang des Bettingbergs gebaut- eine größere Hütte (auf dem Foto links oben weißlich durch die Bäume schimmernd zu erahnen), die von unten betrachtet ungefähr aus derselben Zeit (Mitte 20.Jhd.) stammen dürfte.
WanderGroschi & CGK am 26. Juni
In den 1990ern bin ich diesen alten uferweg im Herbst geggangen, damals war der Weg noch gut zu sehen. An duieser Stelle ging einst eine Fähre hinüber nach Bettingen. Die Flurlage hieß "Bettinger Berg and er Überfahrt" Die Hütte und der "Tisch" müssen mit der früheren Fähre zusammenhängen.
H. Beierstettel am 26. Juni
Wow, danke! Die Antwort kam aber schnell! Von der Fähre wusste ich nicht, das mag die Bauten erklären. Und warum die Wegweiser oben im Herrnschlag den hier runter führenden Weg noch heute als Weg nach Bettingen ausweisen...
Für diesen Weg hatte ich wohl echt einfach den falschen tag gewählt (machte das Ganze aber um so aufregender): Üppige Vegetation, kurz nach größerem Hochwasser und nur einen Tag nach einem heftigen Sturm, dem hier zahlreiche Bäume zum Opfer fielen...
WanderGroschi & CGK am 27. Juni
Ja, die Wanderlust hat mich auch schon so in die Bredouille gebracht^^, da mag man endlich raus, auch wenn es vorher geschüttet und gestürmt hat. Da am Himmelreich waren einst viele Weinberge die teils auch Bettinger Bürger gehörten. Der Weg, der schräg zum Berg hoch führt, ist schon recht alt und wohl ein wichtiger Verbindungsweg zum Spessart gewesen.
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