Lange Vokale werden oft sichtbar gemacht
Im Material fallen immer wieder doppelte Vokale oder gedehnte Schreibungen auf. Das wirkt oft wie eine kleine Lautspur auf dem Papier.
- Baum → Baam
- Nacht → Naacht
- Trunk → Truunk
Diese Hinweise sind keine unumstößlichen Wahrheiten. Sie fassen nur zusammen, was im vorhandenen Wörterbuch, in den kuratierten Geschichten, im Textschatz und in bereits bestätigten Redewendungen auffällt. Vieles sind robuste Muster, anderes nur vorsichtige Beobachtungen.
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Im Material fallen immer wieder doppelte Vokale oder gedehnte Schreibungen auf. Das wirkt oft wie eine kleine Lautspur auf dem Papier.
Besonders bei Partizipien und festen Verbformen wird das hochdeutsche ge- häufig zu einem knappen g'.
Vor allem kleine Dinge landen häufig bei Endungen wie -le oder -li. Diese Formen tauchen im Wörterbuch und im Textschatz immer wieder auf.
In den Paralleltexten sieht es deutlich so aus, als ob erzähltes Hochdeutsch im Büschemerischen gern ins Perfekt rutscht.
Aus unserem bisherigen Material und aus den eingebauten Regeln ergibt sich der starke Eindruck, dass der Genitiv eher vermieden wird.
Eine bereits bestätigte Faustregel lautet: Hochdeutsches würde wird häufig mit däät wiedergegeben.
Wenn ein Grundwort oder eine starke Form schon im Wörterbuch steht, lassen sich davon häufig weitere Büschemer Formen ableiten. Ganz sicher ist das nicht immer, aber oft hilfreich.
Gerade Funktionswörter und häufige Formen verlieren im Büschemerischen Ballast. Das macht sie beim ersten Lesen manchmal schwerer erkennbar.
Viele besonders gute Büscheme-Sätze sind kein Wort-für-Wort-Ersatz, sondern ein echter Umbau in Richtung Dialekt.
Der Textschatz arbeitet nicht nur als Leseseite, sondern inzwischen auch als realistischer Prüfbestand. Besonders die beiden Paralleltexte von Irmgard Wernher-Lippert liefern echte hochdeutsch/büschemerische Satzpaare, die nicht künstlich gebaut, sondern idiomatisch formuliert sind.
Beispiele: Früher sah der Wörth ganz anders aus. → Früher hat dr Wörth ganz annerst ausgsähe.Der war notwendig geworden ... → Der woar notwenni ...
Der Textschatz zeigt weniger starre, wortgleiche Sprüche über alle Autoren hinweg als vielmehr gemeinsame Orts- und Lebensformeln. Das ist sprachlich interessant: Die Autoren teilen dieselbe Welt, aber nicht immer dieselbe feste Formulierung.
Gemeinsame Formeln werden nicht immer gleich geschrieben. Gerade am Wortanfang und bei langen Vokalen schwanken die Autoren leicht.
Sie zeigen nicht automatisch Widersprüche, sondern oft nur verschiedene Schreibentscheidungen. Gerade bei Mundarttexten ist das fast normal: dieselbe Lautung kann je nach Autor etwas anders auf dem Papier landen.
Das vorhandene Material ist stark, aber nicht vollkommen einheitlich. Ein Teil stammt aus direkt bestätigtem Büscheme, ein Teil aus Erzähltexten, ein Teil aus Josef Dürrs Mundartmaterial, das selbst nicht in jedem Punkt identisch mit heutigem Büscheme sein muss.