Servontaine, Franz Servontaine
vor 1689 – nach 1719
Gastwirt · Sonnenwirt; Posthalter
Die Belege
1707-1719 · Wirtsfolge des Gasthauses „Zur Sonne“
Servontaine„, Gastwirt zur Sonne außerhalb der Mauern“; Sohn des Kilian Servontaine, der aus Suman bei Lüttich stammte und seit 1650 in Miltenberg Gastwirt „Zum Weißen Löwen" war; seit 1695 verheiratet mit Anna Margareta, geb. Wüst; 1707-1718 Pächter des Hofguts der kurmainzischen Amtskellerei. 1706 wurde im Gasthaus „Zur Sonne" die Posthalterei eingerichtet und der Sonnenwirt von da an als „Posthalter" bezeichnet. Am 3. März 1715 übernachtete Maria Juliana, die Gemahlin des Herzogs von nBayern, im Gasthaus „Zur Sonne" und wurde Taufpatin bei Maria Juliana, dem Töchterlein des Sattlers M. Weinberger. Franz Servontaine starb am 6. September 1719. Der lateinische Sterbeeintrag im Totenbuch lautet übersetzt: „Der ehrsame Herr Franz Servontaine starb im Alter von 50 Jahren, 7 Monaten, 18 Tagen nach schwerer Krankheit, mit allen Sakramenten versehen. 0 Jesus, bewahre ihn in dir." Der letzte Satz lautet lateinisch: „serva in te“, ein schönes Wortspiel zum Namen Servontaine. Der Grabstein an der Peterskapelle fällt auf durch den doppelköpfigen Adler, in dessen Leib in eine ovale Kartusche die Inschrift in Form eines Chronogramms eingefügt ist. 23 Dieser Reichsadler war das Zeichen der Königlich-Kaiserlichen Post, die vom Kaiser den Herren von Thurn und Taxis übertragen war.
Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)
1715 · Bildstock (Inschrift/Stifterangabe)
Der Bildstock „Die Ruhe Christi" oder „Der ruhende Christus“ steht auf Dittigheimer Gemarkung am Fuße des Geiersbergs. Auf einer von einem Sockel und einer kurzen Säule getragenen Steinplatte sitzt Christus, den Blick in die Feme gerichtet; mit dem linken Arm stützt er den Kopf, der rechte hängt über das Knie herab. Diese seit dem 14. Jahrhundert bekannte, aber im tauberfränkischen Raum äußerst seltene Bildstockdarstellung hat schon immer einige Rätsel aufgegeben. Vielleicht stellt sie Christus nach der Geißelung und vor der Dornenkrönung dar. K. Kolb sieht Parallelen zu den in Bayern häufigen Bildstöcken, die dort als „Erbärmde", „Christi Kümmernis“ oder „Christi Rast" bezeichnet werden. Am Sockel ist auf einer Seite zu lesen: HW 1895; offenbar sind dies Zeichen einer Renovierung. Die Inschrift auf einer anderen Seite ist schon stark verwittert, aber mit einiger Mühe zu entziffern: HEC SPECIES (PER?) DOMINVM FRANCISCVM SERVONTAINE ET MARGARETAM EIVS CONIVGEM ANNO 1715 Übersetzung: Diese Gestalt (ist errichtet) durch Herrn Franz Servontaine und seine Ehefrau Margareta im Jahr 1715. Franz Servontaine war 1707-1719 Gastwirt „Zur Sonne" und seit 1706 zugleich Posthalter. Möglicherweise hatte er auf dem Geiersberg ein besonderes Erlebnis, das ihn zur Stiftung der „Ruhe Christi" veranlasste
Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)
1719 · Grabstein (Inschrift/Denkmal)
Grabstein An der Südwand der Peterskapelle: Unter dem Kindergrabstein steht auf dem Boden der Grabstein des 1719 verstorbenen Sonnenwirts und Posthalters Franz Servontaine. In den doppelköpfigen Reichsadler, das Zeichen der Post, ist die Inschrift eingefügt, die ein Chronogramm enthält. Die lateinischen Zahlenbuchstaben sind in Übergröße hervorgehoben (hier in Fettdruck); sie ergeben als Summe das Todesjahr 1719 (MDCCWVIIII):
Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)
1719 · Kleindenkmal: Grabmal – Grabstein
Auf dem Grabmal genannt: „Grabstein des Sonnenwirts und Posthalters Franz Servontaine, gest. 1719“ (Grabstein); heute: Peterskapelle, Garten; ursprünglich: Friedhof Peterskapelle. † 1719.
Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)
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