Büschemer Persönlichkeiten

Michel, Martin Michel

vor 1802 – nach 1820

Bauer

Der Beleg

1820 · Berufs- und Gewerbegeschichte: Bauer

Großes Aufsehen erregten in den Jahren 1820/21 die Wunderkuren des Segensprechers Martin Michel, eines Bauern aus Unterwittighausen. In Würzburg und Unterwittighausen hatte es damals großen Zulauf gegeben. Im Pfarramt Külsheim liegen darüber umfangreiche Akten. Martin Michel hatte angeblich die schon lange kranke Prinzessin Mathilde von Schwarzenberg in Würzburg unter dem Beistand des Fürsten von Hohenlohe geheilt; sogar die „Frankfurter Zeitung" berichtete darüber. Als sich die Kunde von dieser und anderen Wunderheilungen verbreitete, waren die Straßen nach Würzburg voll von Reisenden, die Kranke auf Wagen beförderten. Wer immer mit einer Krankheit oder einem körperlichen Gebrechen behaftet war, wer krumm, lahm, blind oder krüppelhaft war, zog nach Würzburg, um sich heilen zu lassen. Die Pfarrer versuchten mit allen Mitteln, dem Treiben des Wunderheilers Einhalt zu gebieten und die Gläubigen ihrer Gemeinden von ihm fern zu halten. Der Pfarrer von Lauda schrieb am 24. Juli 1821: „Sie kamen ebenso zurück, wie sie hingingen, obgleich es bei manchen hieß, sie wären geheilt. Ich habe schon im vorigen Jahr demBauer Michel auf höhere Weisung den Unfug untersagt und eine Strafpredigt gehalten; er ist aber fanatisch und stolz ... Schriften und Zeitungen preisen die Wunderkuren." (…) (S 249 f)

Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)

Weitere Personen namens Michel

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