Büschemer Persönlichkeiten

Lipp, Johann Leonhard Lipp

vor 1673 – nach 1737

Schultheiß

Der Beleg

1698-1737 · Amtsträger: Schultheiß

In Mannheim lenkte Johann Leonhard Lipp aus Bischofsheim 1698-1737 als Stadtschultheiß die Geschicke der Stadt. Er war im März 1671 als Sohn des Leonhard Lipp und dessen Ehefrau Barbara geboren; 1686 schrieb er sich an der Universität Würzburg ein. Im Dezember 1698 wurde er als „qualifiziertes Subjectum" in Mannheim zum Stadtschultheiß ernannt und erhielt 1706 den Titel „Stadtdirektor". Bis zu seinem Tod im Jahr 1737 stand Johann Leonhard Lipp, der sich auch „Lippe" schrieb, an der Spitze der Stadtverwaltung, wobei er sich um den Wiederaufbau der 1689 von den Franzosen stark zerstörten und seither nahezu entvölkerten Stadt Mannheim große Verdienste erwarb. Da von nun an Mannheim anstelle von Heidelberg Hauptstadt der Kurpfalz war, wurde der Wiederaufbau großzügig geplant. Am 16. Oktober 1706 ernannte der Kurfürst Johann Wilhelm den Hofgerichtsrat und bisherigen Schultheißen Lippe zum„Direktor der Hauptstadt Mannheim". Im Taufregister der Tauberbischofsheimer Pfarrei ist von späterer Hand „Stadtdirektor in Mannheim" ergänzt; 1738 wurde eine Jahrtagsstiftung für ihn als „director urbis Mannheim " eingetragen. Auf seinem Grabstein wird er „von Lippe" genannt; durch Diplom vom 24. Oktober 1712 war er geadelt worden und hatte die Würde eines Hofpfalzgrafen erhalten. Im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg befindet sich ein Ölgemälde, das ihn mit großer Barockperücke darstellt.

Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)

Weitere Personen namens Lipp

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