Büschemer Persönlichkeiten

Lesch, Andreas Lesch

vor 1769 – nach 1792

Gastwirt

Der Beleg

1787, 1792 · Wirtsfolge des Gasthauses „zum Türmle“

Andreas Lesch aus Großrinderfeld erhielt 1787 die Gebäude und die Grundstücke des kurmainzischen Hofgutes gegen Zahlung von 600 Gulden und Fruchtlieferung in Erbbestand. 41 Er begann sofort mit umfangreichen Baumaßnahmen zur Erweiterung der landwirtschaftlichen Gebäude und zur Einrichtung einer Brauerei. Das Baujahr und der Name des Bauherrn sind in einer Inschrift am Torriegel der Einfahrt zur hinteren Scheuer festgehalten: ANNO 1788 ANDREAS LESCH KURFÜRSTLICHER ERBBESTÄNDER; am Kellereingang steht die Inschrift: AL 1788. Im Jahr 1792 erhielt Andreas Lesch die Brauereikonzession; er durfte dann das selbst gebraute Bier ausschenken. / Am 12. März 1787 übernahm Andreas Lesch aus Großrinderfeld das Hofgut in Erbbestand. Dazu gehörte die Scheuer in der Vorstadt, die an die Sonnenwirtschaft und an den Petersgarten, den ehemaligen Hofgarten, angrenzte. Da er kein Haus besaß, gab ihm die kurfürstliche Hofkammer die bisher als Torwächterswohnung dienenden Teile der herrschaftlichen Schlossgebäude (von der Brücke bis an das JägersGärtchen) für 600 Gulden in Erbbestand. Diese Summe sollte er abtragen oder mit 4% verzinsen; dazu hatte er jährlich 12 Gulden Grundzins zu zahlen. Die Fruchtgült, in neubadisches Maß umgerechnet, betrug im Jahr 13 Malter 4 Sester Korn, 11 Malter 5 Sester Weizen, 16 Malter Hafer. Andreas Lesch erneuerte und erweiterte seine landwirtschaftlichen Gebäude und richtete auch eine Brauerei ein; insgesamt soll er 3000 Gulden verbaut haben. Auf diesen rührigen Mann weist noch heute eine Inschrift hin, und zwar oben am Torriegel der Einfahrt zur rückwärtigen Scheuer beim Gasthaus „Zum Türmle": ,.ANNO 1788 ANDREAS LESCH KURFÜRSTLICHER ERBBESTÄNDER"; am Kellereingang steht zu lesen: ,.AD 1788". 1793 verkaufte Andreas Lesch die Hälfte der Grundstücke des Hofguts, insgesamt 52 ½ Morgen in den drei Fluren, an Adam Rudolf aus Dittwar, offenbar den Sohn des dortigen Bürgermeisters Franz Rudolf, der schon 1786 das Hofgut gern übernommen hätte.

Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)

Weitere Personen namens Lesch

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